1912 Verlegung des Bayer-Firmensitzes nach Leverkusen
1.4.1920Zusammenschluß von Bürrig und Wiesdorf zur Bürgermeisterei
unter dem Namen Wiesdorf mit 26.671 Einwohnern
12.2.1921 Verleihung des Stadtrechts
an Wiesdorf
1925 Gründung der IG Farben, zu der auch das Bayerwerk gehört
1.4.1930Gründung der Stadt Leverkusen mit 42.619 Einwohnern durch Zusammenschluß der Orte Schlebusch, Steinbüchel, Rheindorf und der Stadt Wiesdorf.
1945 Einnahme Leverkusens durch die Amerikaner
19.12. 1951Neugründung der Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft
1.4.1955 Leverkusen wird kreisfreie Stadt mit 78.623 Einwohnern
17.11.1963 Leverkusen wird Großstadt mit 100.000 Einwohnern
01.01.1969Gebietsänderungsvertrag zwischen Opladen und Leverkusen wirksam: Steinbüchel-West und der anschließende "Driescher Zipfel" kommen zu Leverkusen; die Siedlung "Am Kiesberg" und das Gebiet östlich der Bruchhauser Straße fallen an Opladen, außerdem das Gewerbegebiet Fixheide.
131 ha und 3054 Einwohner wechseln von Opladen nach Leverkusen, 82 ha und 747 Einwohner von Leverkusen nach Opladen.
1969 Einweihung des ersten Abschnitts der neuen City incl. des Forums
1168Opladen wird als Upladin erstmals urkundlich erwähnt; in einer Urkunde der Abtei Siegburg; unter den Zeugen befindet sich ein "Euirhardus Upladhin".
1359 Der Friedenberger Hof kann urkundlich erstmals nachgewiesen werden.
1360 Aufzeichnung des Opladener "Rechts- und Ritterbuches". Damit beginnt Opladens ununterbrochene Gerichtstradition, die sich 1812 mit dem Friedensgericht und seit 1879 mit dem Amtsgericht fortsetzt.
1363 Opladen ist Teil des bergischen Amtes Miselohe (bis 1807).
1594 Durch Reformation erstmals eine lutherische Gemeinde in Opladen (bis 1620).
1730 "Umsteigestation" der Thurn und Taxisschen Post an der Wupperbrücke
1816 Errichtung der "Sammtgemeinde Opladen" mit Opladen, Bürrig, Neukirchen und Leichlingen.
1819 Eingliederung des preußischen Landkreises Opladen in den Landkreis Solingen.
1822 Beginn der industriellen Entwicklung in Opladen ("Sayet-Maschinen-Spinnerei" an der Wupperbrücke).
1850 Gründung der ersten Opladener "höheren Lehranstalt" (seit 1867 Erzbischhöfliches Aloysium).
1856 Umwandlung der "Sammtgemeinde Opladen" in die Bürgermeisterei "Opladen Stadt" und die Bürgermeisterei "Opladen Land", mit Wiesdorf und Bürrig (1889: Gründung der Bürgermeisterei Küppersteg).
27.12.1858 Verleihung des Stadtrechts
an Opladen durch den Regenten Wilhelm Prinz von Preußen
1859 Erstmals wieder evangelischer Gottesdienst in Opladen.
1866 Unterrichtsbeginn in der evangelischen "höheren Töchterschule" und in der katholischen "Privat-Töchterschule"
1867 Anbindung Opladens an das Eisenbahnnetz durch die "Bergisch-Märkische-Eisenbahn"
1931 Baubeginn an der Opladener "Umgehungsstraße", einem Teilstück der ersten
deutschen Autobahn
1956Patenschaft über die ostpreußische Stadt Treuburg
01.01.1969Gebietsänderungsvertrag zwischen Opladen und Leverkusen wirksam: Steinbüchel-West und der anschließende "Driescher Zipfel" kommen zu Leverkusen; die Siedlung "Am Kiesberg" und das Gebiet östlich der Bruchhauser Straße fallen an Opladen, außerdem das Gewerbegebiet Fixheide.
131 ha und 3054 Einwohner wechseln von Opladen nach Leverkusen, 82 ha und 747 Einwohner von Leverkusen nach Opladen.
15.5.1929 Volksentscheid gegen die Eingemeindung nach
Köln
1.4.1930Gründung der Stadt
Leverkusen mit 42.619 Einwohnern durch Zusammenschluß der
Orte Schlebusch, Steinbüchel,
Rheindorf und der Stadt Wiesdorf.
Und hier das ganze in schöne Worte gefaßt:
Wo heute Schlebusch liegt, war früher ein schönes Waldgebiet entlang der Dhünn.
Es wurde im 7.Jahrhundert von den Dörfern Hummelsheim und Nittum zur Landwirtschaft genutzt.
Holz wurde zu Brennholz verarbeitet und Äcker wurden angelegt, aber was nicht jeder weiß, es gab im Schlebuscher Wald auch einen Weinberg. Das meinen jedenfalls die Historiker, denn im Jahre 1301 sagte eine Kölner Frau der Abtei Heisterbach eine jährliche Ration Wein aus "Schlehenbusch" zu (Im Volksmund hieß Schlebusch "Schlehenbusch".)
Selbst Ritter hat es in Schlebusch gegeben. Dieser Rittersitz hieß "Binnerster Hof", wurde aber auch "Junkershof" genannt und verfügte etwa im 12. Jahrhundert über eine Kapelle in Schlebuschrath.
Das haben jedenfalls archäologische Grabungen in den 60er Jahren ergeben. Namentlich wurden diese Ritter erst in 14. Jahrhundert erwähnt.
Genannt wurde immmer wieder Johann von Schlebusch. Er war, so vermutet man, der erste Amtsmann. Im 15.Jahrhundert, genauer gesagt 1491, schenkt der Enkel von Johann von Schlebusch, der auch Johann hieß, der Kapelle von Schlebuschrath die Annaglocke.
Im 15. Jahrhundert wurde aus Schlebusch endlich ein richtiges Dorf. Das lag an der "Bergischen Landstraße" (B51), die an Bedeutung gewann, weil auf ihr Waren vom Bergischen Land nach Köln transportiert worden sind. Die Kaufleute machten oft halt in Schlebusch, den es gab hier viele Wirtshäuser.
In Schlebusch wurden auch Fuhrwerke angeboten, um die Steigungen ins Bergische Land besser zu bewältigen.
Die Straße brachte leider nicht nur angenehme Kundschaft. 1583 wurde Schlebusch geplündert und die Kapelle niedergebrannt. 1591 wurde die Kapelle neu errichtet.
Aber auch der 30jährige Krieg verschonte Schlebusch nicht. Am 07. Mai 1623 wurde Schlebusch unter dem spanischen Regiment Don Gonzales de Cordova zerstört, weil die Schlebuscher sich geweigert hatten, ihm und seinen Soldaten kostenlos Unterkunft und Verpflegung zu gewähren.
Auch heute gibt es noch ein paar Anzeichen auf die Ritter in Schlebusch, wie z.B. das Schloß Morsbroich.
Steinbüchelheute
1158 Konrad von Steinbüchel erwirbt einen Rittersitz
1582Weihung der Kapelle des heiligen Antonius mit der Sau in Fettehenne
1700 Die Antonius-Kapelle wird wegen Baufälligkeit abgerissen
1724 Komptur von Droste auf Morsbroich
kauft den Steinbüchler Rittersitz für den
Deutschen Orden,
dem er bis 1798 gehört
06.04.1945 Übersetzen der Amerikaner des 504. Fallschirmjägerinfanterie-Regiment des 82. Luftlandedivision und besetzen des Dorfes
Trotz einer hohen Anzahl von deutschen Gefangenen mußten sich die Amerikaner am 07.04. wieder über den Rhein zurückziehen
1975 Nach dem Zusammenschluß von Hitdorf,
Opladen und Leverkusen zur neuen Stadt
Leverkusen gehört Lützenkirchen zum
Stadtbezirk III
Und hier das Ganze nochmals in schöne Worte gefasst:
Lützenkirchen ist schon sehr alt, älter
als vielleicht so mancher Bürger der künstlichen Trabantenstadt
Leverkusen glauben mag. Zum ersten Male in den Annalen der
Geschichts- und Städteschreibung wurde Lützenkirchen - damals
Lüzelenkerke geschrieben und gesprochen - im Jahre 1155 oder
1165 erwähnt, bei der dritten Ziffer ist man sich nicht ganz
sicher.
Im Jahre 1439 erscheint Lüzelenkerke wieder in den Annalen, diesmal ist es die Lehner Mühle im
Wiembachtal, die die Aufmerksamkeit der Geschichtsschreiber erregt - sozusagen der erste landwirtschaftliche
Produktionsbetrieb in den grünen Wäldern dieses Dorfes und heuer Stadtteil von Leverkusen. Die Mühle selbst steht freilich
nicht mehr. Bewundern hingegen kann man etwas anderes aus dem späten Mittelalter. Die 1519 gegossene Glocke der Kirche
St. Maurinus. Diese Glocke, die eine der ältesten im gesamten
rheinisch-bergischen Raum ist, hängt heute noch im Glockenturm des Gotteshauses und läßt
allsonntäglich ihren sonoren Klang ertönen, der heutzutage wie ein Gruß aus einer längst vergangenen Epoche anmutet.
Knapp 40 Jahre später erhält Lüzelenkerke eine "Zweigstelle" des Landgerichtes (Köln?) und darf das gerichtliche Siegel führen. Noch heute zeugt davon ein Gedenkstein im Lützenkirchener Park am Marktplatz.
1603 wird die Pulvermühle erwähnt, 1673 die Kreuzkapelle errichtet. Heute führt daran vorbei von der
Lützenkirchener Straße die schmale, noch immer ziemlich unbefestigte Gasse "Auf dem Lehn". Hier spürt man noch
den Atem des alten, gänzlich unbevölkerten Lützenkirchens, wenn sich vor einem auf holprigem Pflaster die Wiesenlandschaft
eröffnet und man die kleine, alte aber gut erhaltene und wie frisch enstandene Kapelle betrachtet.
Dreizehn Jahre später wird St. Maurinus vergrößert; dies wird noch einige Male geschehen, bis das Kirchenschiff seine heutigen Ausmaße erlangt. Und wiederum zwölf Jahre später wird ein neuerliches sakrales Gebäude begonnen, die Annakapelle, die in diesen Tagen immer noch vor allem für Hochzeiten genutzt wird. Nach ihr ist die Straße benannt, die an ihr vorbei führt - die Kapellenstraße zur Wohnsiedlung "Schöne Aussicht", die es freilich damals noch nicht gab; hier gab es nur Wälder und ausladende Wiesen.
1717 wurden die ersten Handwerker in Lützenkirchen heimisch. Die Annalen berichten in diesem Jahre von den Woll- und Leinenwebern. Auch nach ihnen wurde eine Straße benannt - die Leineweberstraße.
Im 19. Jahrhundert nimmt auch Lützenkirchen den Lauf anderer Dörfer sich zum Vorbild. 1842 wird die Bergische Krautfabrik Boddenberg eröffnet, 1878 erhält man eine Post, 1897 wird eine Spar- und Darlehenskasse gegründet.
Anfang dieses Jahrhunderts werden die ersten elektrischen Leitungen verlegt, die 1914 die elektrische Kleinbahn für sich nutzt. Heute zeugen die schwarzen Teerrillen im Straßenbelag der Lützenkirchener Straße von der Fahrspur dieser schmalspurigen Elektrobahn. 1927 wird Lützenkirchen auch an die Gasversorgung angeschlossen und spätestens ab hier verliert die Geschichte dieses idyllischen Dorfes in den rheinnahen Wäldern seine individuelle Gestalt. Lützenkirchens Historie wird so normal und ebenmäßig wie die anderer Stadtteile. Es werden immer mehr Häuser gebaut, immer mehr Betriebe siedeln sich an, die grüne Landschaft verschwindet immer mehr - es bleibt der Beton. Doch trotzalledem bleibt dieser kleine Fleck mit seiner dörflichen Umgebung und den vielen klaren Bächen ein grüner Punkt im betonverschandelten Stadtbild. Wer genau hinschaut, erkennt heute noch die unverwechselbaren sanften Hügel und Wälder und wenn man sich die Ohren zuhält und sich den Straßenverkehr wegdenkt, dann sieht man das alte Lüzelenkerke - grün, gemütlich und ... schön.