Leverkusener Logo Leverkusen

<< Hochbunker, Carl-Duisberg-Str. Wohngebäude, Kaiserstr. 9 Villa Kappes mit Anbauten >>

Wohngebäude, Kaiserstr. 9 ist hier zu finden: Kaiserstr. 9
Zweigeschossiges, ehemals mit Arztpraxis versehenes ziegelsteinsichtiges Wohngebäude
Bauentwicklung
Das Gebäude wurde um 1902 für Dr. Fritz Stephan errichtet. Das Gebäude befindet sich bezüglich der Raumaufteilung nahezu im Originalzustand. Durch Kriegseinwirkung ist der ehemals bekrönende und geschweifte Knickgiebel einer 1947 errichteten Dachgaube gewichen.
Grundriss und Konstruktion

Die Fassade ist im Erd- und Obergeschoss vierachsig. Im Erdgeschoß befindet sich links der Hauseingang zum Flur, diesem anschließend ist zur Hofseite das Treppenhaus platziert. Über dem breiteren Fenster der Achse neben der Tür sitzt ein polygonaler Erker mit Haube. Das Gebäude ist als reines Wohngebäude konzipiert, die Wohnungen im EG und OG sind zweiraumbreit und zweiraumtief, der Flur mit Zugängen zu den Räumen liegt fassadenparallel zwischen den Zimmern. Das Dachgeschoß beherbergt im straßenseitigen Mansardteil ehemals Kammern, der hintere abgeschleppte Teil diente als Trockenspeicher. Das Haus ist ein massiver Ziegelsteinbau, die Innenwände ebenfalls Ziegelwände (teilweise Fachwerk mit Ausmauerung). Die Geschoßdecken bestehen aus Holzdielen auf Holzbalkendecken, die Kellerdecke ist als preussische Kappendecke ausgebildet. Das Dach ist ein einseitiges Mansarddach und ausgebaut.
Gestaltungselemente

Die Straßenfassade ist als Schaufassade mit imitiertem, isodomem Quadermauerwerk aus Putz gestaltet. Sie sitzt auf einem ebenso gestalteten, leicht vorspringenden Sockel. Die ehemals giebelbekrönte zweite Fassadenachse springt erdgeschossig ebenfalls leicht vor, im Obergeschoß mit einem Erker als halbes Achteck überdeckt. Florale Stuckelemente zieren sowohl den Konsol-, Brüstungs- als auch den oberen Pfeiler- und Sturzbereich. Abgeschlossen wird der Erker durch eine leicht geschwungene Haube. Die Fenster sind im Erdgeschoß mit oberem Flachbogen sowie putzbündigem umlaufenden Gewändeprofilen (Stabkehle), im Obergeschoß mit geradem Sturz und gleichen Stabkehlen, aber vorstehenden Umrandungen in weiter Zinnenform eingefasst. Das Dachgesims ist als Viertelkehle ausgebildet, darunter befin-det sich ein Rundbogenfries als Blendbogen in Gotischer Form und seitlichen Abschlüssen mit Kelchsockeln und Kelchkapitellen. In gleicher Formensprache ist die getreppte Fassadenschmuckverzierung über der zurückliegenden Haustür gehalten, die die Jahreszahl 1902 einfasst. Allerdings sind die Sockel hier als Blumen gehalten.
Ausstattungsteile

Erhalten ist die reich gegliederte und verzierte Fassade mit Schmuckelementen. Weiterhin original sind auch das Treppenhaus in Holztreppe und Bodenbelag mit Schmuckfliesen, sehr viele alle Türen und Türzargen. Weiterhin alle straßenseitigen Fenster im EG und OG sowie die Hauseingangstür.
Geschichtliche Einordnung

Vor der Ansiedlung der Ultramarinfabrik Carl Leverkus bestand das Fischer- und Bauerndorf vorwiegend aus Fachwerkgebäuden. Es erstreckte sich vom Rhein entlang der Hauptstrasse bis kurz hinter die hochwasserfrei gelegene Kirche St. Antonius. Nur vereinzelt gingen Höfe über diese Ausdehnung hinaus. Mit dem Kauf der Fabrik von Leverkus durch die Farbenfabriken Bayer 1891 und der damit verbundenen Fabrikexpansion nahmen mehrere Ziegeleien um den Wiesdorfer Kern ihren Betrieb auf. Die zu diesem Zeitpunkt verbreitete ziegelsteinsichtige Architektur wurde auch vom Industriebau auf die Wohngebäude übertragen, Bayer baute ab 1895 die Kolonie I und mehrere Versorgungsbauten wie das Junggesellenheim und die erste Konsumanstalt in diesem ein- oder zweigeschossig ausgeführtem Stil des Historismus. Schon um 1900 begann sich, bedingt durch den rasanten Anwuchs der Beschäftigten des Werkes auf 2000 Arbeiter, die Anforderung an die Gebäude zu verändern. Durch den Bau von Werkswohnungen in weiteren Kolonien wurden jetzt im alten Wiesdorf vermehrt Geschäfte zur Versorgung benötigt. In Anlehnung an die Grosstädtische Bebauung entstanden jetzt hauptsächlich mehrgeschossige, verputzte Wohnhäuser, häufig mit erdgeschossigen Läden.
Wohngebäude, Kaiserstr. 9 wurde 02.03.2004 unter Schutz gestellt.
Wohngebäude, Kaiserstr. 9 läßt sich auf 1902 datieren.
GoogleMaps:Stadtplan-Eintrag

"
Größere Kartenansicht

Bisherige Besucher dieser Seite: 5721

Bilder, die sich auf Wohngebäude, Kaiserstr. 9 beziehen:
15.11.2008: Kaiserstr. 9


Hauptseite     Stadtführer     Denkmalliste     Stadtteil-Denkmalführer Wiesdorf     Anmerkungen