Leverkusen
"Weiße Weihnachten" verdorben
Die Aussichten auf "weiße Weihnachten" haben sich für zahlreiche Angehörige der
Leverkusener Heroinszene seit der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag
(20/21.12.2000) erheblich verschlechtert. Dies ist das Ergebnis umfassender und
letztlich erfolgreicher Ermittlungen der Leverkusener Polizei.
Nachdem bereits im Herbst dieses Jahres mehrere Dealer in den Leverkusener Stadtteilen Manfort, Küppersteg und Wiesdorf aus dem Verkehr gezogen worden waren, war es für Heroinkonsumenten erheblich schwerer geworden, sich vor Ort
mit dem benötigten Stoff zu versorgen.
Diese Lücke im Angebot wollte ein 30 jahre alter türkischer Staatsangehörger aus Leverkusen-Rheindorf schließen. Er hatte schon vor über einem Jahr begonnen, seinen eigenen Konsum damit zu finanzieren, daß er größerere Mengen Heroin aus Rotterdam und Heerlen in den Niederlanden nach Leverkusen einführte, um diese Gewinn bringend an Endabnehmer zu verkaufen.
Nach den Festnahmen albanischer und deutscher Dealer im Herbst dieses Jahres war
er praktisch Alleinanbieter auf dem Leverkusener Markt geworden.
Die Polizei wurde daher auf ihn aufmerksam und begann mit verdeckten
Ermittlungen.
Diese ergaben, dass der Dealer einen großen Kundenstamm in Leverkusen hatte und
er sich verschiedener Abhängiger bediente, die für ihn mehrmals in der Woche
Kurierfahrten in die Niederlande durchführten und die für ihn das Heroin auf der
Straße verkauften.
Zahlreiche Schmuggelfahrten der letzten Monate, bei denen jeweils nicht geringe
Mengen Heroin nach Leverkusen geschafft wurden, können durch die verdeckt
durchgeführten Ermittlungen nachgewiesen werden.
Insgesamt wurden gegen rund 150 Personen Ermittlungsverfahren wegen Verstosses
gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet.
In der Nacht zu Donnerstag kam es dann nach einer umfangreichen
Observationsmaßnahme zur Festnahme des Türken und eines 42 Jahre alten
Deutschen, der ihn bei seinen Schmuggelfahrten unterstützte. Während der
Deutsche rund 17 Gramm Heroin im Körper versteckt hatte, hatte der Türke auf
gleiche Art und Weise eine noch größere Menge "Streckmittel" geschmuggelt. In
Leverkusen sollte das Heroin mit dem Streckmittel verkaufsfertig abgepackt
werden. In einer Wohnung in Küppersteg wurden beide schon von zahlreichen
Konsumenten erwartet. Die Wartenden mußten enttäuscht und ohne den erwarteten
"Schnee" ihren Heimweg antreten. Der Türke und der 42-jährige Deutsche werden
heute dem Haftrichter vorgeführt.
Quelle: Pressemitteilung der Polizei vom 22.12.2000
Auf Weihnachten sollte man sich lieber mit einem Adventskalender freuen ;-)
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Letzte Änderungen: 22.12.2000