Stadtplan Leverkusen
24.04.2020 (Quelle: Stadtverwaltung)
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Ehrenringträger Rolf Müller verstorben


Am 20. April 2020 ist der Historiker und Leverkusener Ehrenringträger Rolf Müller im Alter von 94 Jahren verstorben.

Rolf Müller erforschte die Lokalhistorie – immer mit Bezug zum zeit- und weltgeschichtlichen Kontext. Am 31. Dezember 1925 in Troisdorf geboren, galt sein Interesse zunächst seiner Heimatgemeinde und dem benachbarten Siegburg. Seine Denkschrift über die historische Entwicklung Troisdorfs lag 1952 sogar dem Antrag zur Stadtwerdung zugrunde. Rolf Müller studierte Anglistik und Geschichte an der Bonner Universität. Nach Opladen kam er zum ersten Mal während seiner Ausbildung als Studienreferendar, die er zeitweise am Naturwissenschaftlichen Landrat-Lucas-Gymnasium absolvierte. Nach dem Assessor-Examen wurde er in Opladen sesshaft, wo er als Lehrer am Landrat-Lucas-Gymnasium und später, bis zur Pensionierung, am Werner-Heisenberg-Gymnasium unterrichtete.

Seit Rolf Müller in Opladen lebte, konzentrierten sich seine historischen Forschungen auf den Raum Opladen, Leverkusen, das Bergische Land und das Rheinland. Sein Werk, allein über Leverkusen, ist umfangreich. So veröffentlichte er 1974 die Stadtchronik von Opladen „Upladhin“. Diese Chronik war die erste zusammenfassende Geschichtsdarstellung Opladens. Das Buch wurde zu einem Bestseller in Opladen, wurde dreimal aufgelegt und fand in mehr als 6.000 Exemplaren Verbreitung. An jüdisches Leben zu erinnern, war ihm schon in den 60er Jahren ein Anliegen. Er gab die Anregung für einen Gedenkstein in Opladen und veröffentlichte u. a. 1988 die Publikation "Juden in der Geschichte der Stadt Leverkusen". Das Modell der Opladener Synagoge ging ebenfalls auf eine Initiative von Rolf Müller zurück.

Er hat in unterschiedlichsten Funktionen Einfluss auf die historische Arbeit in Leverkusen genommen. Seit 1958 gehörte er dem Bergischen Geschichtsverein an, mehr als 25 Jahre war er stellvertretender Vorsitzender der Abteilung "Leverkusen - Niederwupper". Hier galt sein besonderes Interesse der Zeitschrift "Niederwupper", die er zwischen 1978 und 1996 als Redakteur betreute. Die Arbeit der "Stadtgeschichtlichen Vereinigung Leverkusen" trägt ebenso seine Handschrift. Er war 1985 ihr Gründer und führte bis 2006 den Vorsitz. Auch die Gründung des Fördervereins Freudenthaler Sensenhammer im Jahr 1991 und damit die Rettung des Sensenhammers als Industriedenkmal geht zu einem großen Teil auf Rolf Müller zurück, der zunächst auch den Vorsitz führte. Er war darüber hinaus lange Jahre stellvertretender Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Opladen. Bereits 1982 regte er an, eine stadtgeschichtliche Dauerausstellung aufzubauen, die den Leverkusenern die historische Dimension ihrer Stadt nahebringen sollte. Dass dies schließlich gelungen ist, ist zu einem großen Teil der Beharrlichkeit und Arbeit von Rolf Müller zu verdanken: Er gab die Impulse und blieb hartnäckig an diesem Thema, bis 2011 endlich durch die gemeinsame Anstrengung der drei Geschichtsvereine in Verbindung mit dem Stadtarchiv die ständige Ausstellung „ZeitRäume Leverkusen“ im Haus der Stadtgeschichte „Villa Römer“ eröffnet werden konnte.

In Anerkennung und Dank sein Wirken für die Stadtgeschichte hatte die Stadt Leverkusen Rolf Müller 2005 den Ehrenring verliehen.


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Letzte Änderung am 24.04.2020 14:01 von leverkusen.
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