Stadtplan Leverkusen
05.04.2019 (Quelle: Stadtverwaltung)
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Mehr Wildblumenwiesen für Insekten – ein Teil des „Leitbilds Grün“


An der Rennbaumstraße in Opladen sollen sich schon bald Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten tummeln. Dafür haben am heutigen 5. April Vertreter der Stadtverwaltung, des NaturGut Ophoven, der NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln, des NABU Leverkusen und des BUND Leverkusen Sorge getragen, indem sie auf einer ca. 70 Meter langen und 3 Meter breiten Fläche Blumensamen für eine neue Wildblumenwiese ausgesät haben. Markiert wird diese durch ein großes Schild, das deren Sinn und Zweck erläutert und einen QR-Code für weitere Informationen enthält.

Bei der Aussaat der Blumenwiese handelt es sich um einen Baustein des überarbeiteten „Leitbilds Grün“, welches das Dezernat für Bürger, Umwelt und Soziales verantwortet und das im Februar 2019 vom Rat der Stadt Leverkusen verabschiedet wurde. Ziel des „Leitbilds Grün“ ist es, mehr Grün nach Leverkusen zu bringen und damit insbesondere die Luftqualität zu verbessern, aber auch mehr Lebensraum für Insekten oder Vögel zu schaffen.

Das „Leitbild Grün“ sieht unter anderem vor, die Begrünung von Fassaden und Dächern genauso wie naturnahe Gärten zu fördern, weniger Flächen zu versiegeln und stattdessen Flächen zu entsiegeln, für mehr Grünzonen und schattenspendende einheimische Bäume und damit für ein besseres Stadtklima zu sorgen oder auch mehr Nisthilfen und Wildblumenwiesen zu schaffen, um die Lebensräume von Insekten und Vögeln zu schützen und damit die biologische Vielfalt und den Naturschutz zu stärken. Teil des „Leitbilds Grün“ ist deshalb auch, Wiesen auf städtischen Flächen für Insekten zu optimieren. Als eine Fläche dafür wurde das Areal an der Rennbaumstraße ausgewählt.

Bodenvorbereitung und Wahl der Blumensamen
Vor der Aussaat befanden sich auf dieser Fläche Wiesengräser. Diese sind allerdings so schnell- und starkwüchsig, dass sie das Aufkommen bunter Blumen verhindern. Aus diesem Grund wurde die Fläche vor der Einsaat optimal vorbereitet: Das Gras wurde vollständig ausgekoffert, anschließend wurde eine 10 cm dicke Sandschicht aufgebracht, die wiederum mit einer 2 cm dicken Schicht aus nährstoffarmer Erde abgedeckt wurde. Erst dann konnten die Blumensamen ausgebracht werden. Eingesät wurden zwei verschiedene Mischungen – ein wärmeliebender Saum und eine Wildblumenmischung. Ziel ist es, zu testen, was an diesem Standort am besten wächst.

Der wärmeliebende Saum entwickelt sich am besten auf „abgemagerten Böden“ mit möglichst geringem Nährstoffgehalt. Dort erreicht er eine Höhe von 80 bis 140 cm und kann mehrere Jahre Bestand haben. Die Mischung beinhaltet Arten, die besonders bunt und oft sehr anhaltend blühen. Viele der Arten sind selten. Es handelt sich um botanische Kostbarkeiten mit besonders ansprechender Ästhetik. Vor allem sind sie aber wertvolle Pollen- und Nektarquellen für die Insektenwelt – insbesondere für Wildbienen und Schmetterlinge. Vom Insektenreichtum profitieren wiederum Fledermäuse und Vögel.

Die Wildblumenmischung enthält 35 ein-, zwei- und mehrjährige Arten und bleibt damit dauerhaft attraktiv. Alle 35 Arten stellen ein wichtiges Nahrungsangebot für Honig- und Wildbienen dar, zu denen u.a. Seidenbienen, Pelzbienen, Mauerbienen, Holzbienen und Hummeln zählen. Sie finden dort – anders als bei Blumen mit gefüllten Blüten, bei denen Staubblätter zu sterilen Blütenblättern umgewandelt sind – reichlich Nektar und vor allem Blütenpollen zur Brutversorgung.

Um nicht nur die Kost, sondern auch die Logis für die Wildbienen perfekt zu machen, werden als Brutplätze für die Wildbienen an den Bäumen im Umfeld der neuen Blumenwiese auch mehrere Wildbienenhäuser aufgehängt.

Tipps für den eigenen Garten
Wer solche Blumenwiesen im eigenen Garten anlegen möchte, sollte Folgendes beachten:
Ideal ist eine Einsaat ab Mitte März. Unter günstigen Bedingungen keimen die meisten Samen, nachdem es warm wird, innerhalb zwei bis vier Wochen. Etwa acht bis zwölf Wochen nach der Aussaat ist Blühbeginn. Danach wird die Wildblumenwiese ungefähr drei Monate blühen. Um das Blühen zu verlängern, sind noch Folgesaaten bis Ende April möglich. Im zweiten Jahr erblühen sowohl die erneut versamten einjährigen, als auch die zwei- und mehrjährigen Arten. Jeweils im Herbst muss abgemäht und das Mähgut etwas liegen lassen werden, damit es aussamen kann. So blüht eine Wiese ungefähr drei Jahre. Dann muss neu eingesät werden.

Am besten ist es, wenn es vom Frühjahr bis in den Herbst im Garten blüht. Daher sollte darauf geachtet werden, sowohl früh-, mittel-, als auch spätblühende heimische Blumen und Sträucher anzupflanzen. Dann finden viele verschiedene Insektenarten stets ausreichend Nahrung. Außerdem sollten keine Blumen mit gefüllten Blüten verwendet werden, da diese keinen Nektar bieten. Gefüllte Blüten erkennt man daran, dass diese keine Staubblätter besitzen.

Die Wildblumenmischung, die auch an der Rennbaumstraße ausgebracht wurde, kann auf dem NaturGut Ophoven für 6,95 Euro erworben werden.


Bilder, die sich auf Mehr Wildblumenwiesen für Insekten – ein Teil des „Leitbilds Grün“ beziehen:
05.04.2019: Lünenbach, Richrath und Hammer

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Letzte Änderung am 21.04.2019 09:37 von leverkusen.
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