Stadtplan Leverkusen
12.04.2018 (Quelle: Stadtverwaltung)
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BIWAQ-Projekt erhält Besuch aus dem Europäischen Parlament


Arndt Kohn, Mitglied des Europäischen Parlaments, hat heute das BIWAQ-Projekt im Rheindorfer Stadtteilbüro besucht. Er kam dort mit den Praktikerinnen und Praktikern der diversen Teilprojekte ins Gespräch und informierte sich, für welche Maßnahmen die EU-Finanzmittel vor Ort eingesetzt werden. Sozialdezernent Alexander Lünenbach erläuterte ihm, dass sich das Engagement für Rheindorf unter dem Motto „RHEINDORFerLEBEN“ in drei Schwerpunkte untergliedert: Sozial-integrative Unterstützung des friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens der Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtteil, Förderung der lokalen Ökonomie und gesundheitliche Prävention.

Der Fachbereich Soziales setzt in Rheindorf gemeinsam mit der Suchthilfe Leverkusen gGmbH, der Hochschule Niederrhein und der JOB Service Beschäftigungsförderung Leverkusen gGmbH (JSL) das Programm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ – kurz BIWAQ – um. Die laufenden Aktivitäten knüpfen an frühere Angebote im Rahmen des Förderprogramms ‚Soziale Stadt Rheindorf-Nord‘ an.

Nähe zu den Bewohnerinnen und Bewohnern im Stadtteil
Einen großen Zuspruch verzeichnet das seit April 2015 über BIWAQ geförderte ‚Sprachcafé mit Bewerbungstraining‘ der JSL. Es ist im Stadtteilbüro an der Masurenstraße 5 angesiedelt und bietet neben dem Lerntreff Hilfestellungen bei alltäglichen Fragen wie zum Beispiel der Bearbeitung von Anträgen, dem Ausfüllen von Formularen oder der Erstellung von Bewerbungsunterlagen. Bei Bedarf werden auch weiterführende Beratungsangebote im Leverkusener Hilfenetzwerk erschlossen.

Der Lerntreff findet an zwei Vormittagen in der Woche statt. Hier sind die Teilnehmenden überwiegend weiblich, zwischen 30 und 50 Jahre alt und kommen aus vielen Teilen der Welt – unter anderem aus Marokko, der Türkei, der Ukraine, Rumänien, Russland und Albanien.

Seit 2015 gibt es einen Quartiershausmeister. Er ist ebenfalls im Stadtteilbüro an der Masurenstraße 5 ansprechbar, kennt die Bewohnerinnen und Bewohner und trägt zur Verbesserung des Wohnumfeldes und nachbarschaftlicher Kontakte bei. Ob Entrümpelung eines Kellers, Vermittlung bei Konflikten zwischen Mieter und Vermieter oder Unterstützung bei handwerklichen Tätigkeiten – der Quartiershausmeister ist bei vielfältigen Aufgaben die Person des Vertrauens.

Zudem haben die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils seit Januar 2018 mit der Quartierslotse eine neue Anlaufstelle, die ohne vorherige Anmeldung berät und hilft, die Angebote des Leverkusener Hilfenetzwerks wahrzunehmen und sich im Sozial- und Gesundheitssystem zu orientieren.

Unternehmen vernetzen – Synergien fördern
Im Jahr 2015 begann die Arbeit der Fachhochschule Niederrhein in Rheindorf mit einer Unternehmerbefragung. Darüber hinaus wurden zehn Interviews mit Multiplikatoren zu den Stärken und Schwächen des Stadtteils, eine Haushaltsbefragung und eine Befragung des Publikums des Rheindorfer Wochenmarktes durchgeführt. Aus den Ergebnissen wurden Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Initiiert von der Hochschule Niederrhein trifft sich ein fester aktiver Kreis der Unternehmerschaft aus Branchen wie Einzelhandel, Dienstleistung, Handwerk und Gastronomie regelmäßig zu einem Unternehmertreffen. Neben der aktiven Unternehmerschaft nehmen auch weitere Unternehmerinnen und Unternehmer an den Gemeinschaftsaktionen im Stadtteil teil. Ein Konzept zum Unternehmermarketing bzw. partizipativen Quartiersmarketing wurde bei den gemeinsamen Unternehmertreffen und aus den Ergebnissen heraus entwickelt. Es basiert auf einem Corporate Identity-Ansatz und zeigt die Potenziale und Qualitäten eines Quartiers auf. Bei regelmäßigen Unternehmertreffen wurden überdies gemeinsame Aktionen wie der Vorteilstag und der erste Weihnachtsmarkt Rheindorfs im vergangenen Jahr geplant.

Die Beratungen erfolgten beispielsweise zu Themen wie Raum- und Schaufenstergestaltung, Cross-Marketing (Cross-Selling), Empfehlungsmarketing, Diversity Management etc. Die Stabilisierung und Vermarktung erfolgt auch über regelmäßige Werbe- und Aktionsanzeigen in lokalen und regionalen Zeitungen und über soziale Netzwerke. Um das Netzwerk nachhaltig zu erhalten, wurde aus dem Unternehmernetzwerk heraus ein Verstetigungskonzept bzw. ein Konzept für eine Werbegemeinschaft entwickelt. Dieses soll die Strukturen und Maßnahmen, über die Projektzeit hinaus, erhalten. Dabei sollen das Unternehmernetzwerk und die Interessenfördergemeinschaft zusammengeführt werden. Die Zusammenführung wird bis zum Projektende begleitet und etabliert.

Gesundheitsprävention und Suchtvorbeugung
Suchtverhalten führt oft zur Arbeitslosigkeit und ist ein Hinderungsgrund für eine erneute Arbeitsaufnahme. Suchtbedingtes Vermittlungshemmnis ist somit gerade bei langzeitarbeitslosen Menschen ein Kernproblem, zumal es oft mit anderen Problemen korrespondiert und diese sich dann wechselseitig verstärken (Wohnen, Schulden, Fahrerlaubnisentzug, familiäre und Beziehungsprobleme). Mit den betroffenen Menschen wird über die Lösung ihrer sozialen Problemlagen eine Vertrauensbasis erarbeitet, die sie dann auch in Suchtfragen Hilfsangebote wahrnehmen lässt.

Um bei Suchtproblematiken frühzeitig Hilfe anbieten zu können, wurde im Rahmen des BIWAQ-Projektes in Zusammenarbeit mit der JSL eine niederschwellige Unterstützungsstruktur aufgebaut. So werden mögliche Teilnehmende der Maßnahmen zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt bei eventuellen Suchtproblematiken an weitere Hilfen herangeführt. Über das Angebot des Sprachcafés im Stadteilbüro werden Menschen mit Migrationshintergrund erreicht. Der Quartiershausmeister ist ebenfalls Mittler bei der Kontaktaufnahme zu Hilfsangeboten. Schließlich werden über öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen und Angebote potenziell Betroffene bzw. deren Bezugsgruppen angesprochen.

Projektbudget
Das Projekt ‚RHEINDORFerLEBEN’ wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier – BIWAQ“ durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Die bewilligte Fördersumme für den Zeitraum vom 01.04.2015 bis 31.12.2018 liegt bei insgesamt 1.510.246,65 Euro für alle Teilprojekte. Davon kommen 839.026,03 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds sowie 671.220,62 Euro aus Bundesmitteln. Hinzu kommen Eigen- und Kommunalmittel in Höhe von 167.805,41 Euro.


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Letzte Änderung am 16.04.2018 06:53 von leverkusen.
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