Stadtplan Leverkusen
03.12.2015 (Quelle: Internet Initiative)
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Villa Zündfunke: Stellungnahme der Eigentümer


Nachdem insbesondere in der Bezirksvertretung I die finanzielle Förderung der Villa Zündfunke mit Steuergeldern auf Kritik gestoßen ist haben nun Susanne Stark und Julius Busch als Eigentümer der Immobilie folgendermaßen gegenüber den Ratsfraktionen Stellung genommen.


"Sehr geehrte Damen und Herren der Leverkusener Ratsfraktionen,

gerne möchten wir zum Beschluss der Bezirksvertretung Stellung nehmen.

Für uns Eigentümer der Immobilie war und ist die Situation der drei Vereine Die Rheinpiraten, matchboxtheater und Villa Zündfunke stets eine Herzensangelegenheit und immer der erste Antrieb unserer Tätigkeiten gewesen. Diese Vereine haben wir initiiert und mitgegründet, um die Lebenssituation vor Ort, hier in Hitdorf, zu verbessern. Als wir 1995 die Kindertagesstätte Die Rheinpiraten gründeten, gab es in Leverkusen gerade mal 70 Plätze für unter 3-jährige. Eine Einrichtung für zwei berufstätige Elternteile gab es nicht. Leider konnten wir nicht in den Bedarfsplan der Stadt Leverkusen aufgenommen werden, so dass wir über mehr als 10 Jahre die Einrichtung ohne Zuschüsse der Stadt betrieben haben. Auch das matchboxtheater wurde ohne jegliche öffentliche Zuschüsse ins Leben gerufen. Seit über 15 Jahren erfreut es die Hitdorfer - auch heute fließen hier keine öffentlichen Gelder. Um diese gemeinwohlorientierten öffentlichen Nutzungen aufrecht zu erhalten, sind permanent hohe Investitionen (wie in den Brandschutz , in die Gebäudeerhaltung, in neue Anforderungen der Entwässerung und der Kanalisation, etc.) notwendig, die von uns als Eigentümer geleistet werden.

Vor über 10 Jahren haben wir erste Pläne entwickelt, der Arbeit mit Jugendlichen an diesem Ort einen Platz zu geben. Leider gibt es dafür keinerlei öffentlichen Fördermittel. Der Kontakt zu "Initiative Ergreifen" / Städtebauministerium Nordrhein-Westfalen im Jahr 2012 bot die Möglichkeit, nicht nur für Jugendliche sondern für alle Bürger Hitdorfs einen Bürgertreffpunkt in den Räumen der ehemaligen Zündholzfabrik zu schaffen. In der Planung wurde der Ausbau ganz spezifisch für diese öffentliche Nutzung geplant. Das fertige Bürgerzentrum soll der Öffentlichkeit vertraglich 20 Jahre zur Verfügung stehen. Dieser zeitliche Rahmen ist vom Fördermittelgeber vorgegeben und wird von allen Vertragspartnern des Projekts Villa Zündfunke akzeptiert. Wir Eigentümer beabsichtigen, die jetzt auszubauenden Räume für Folgejahre nach dem Vertragsbindungszeitraum der Villa Zündfunke bereitzustellen. Diese Verlängerung der Nutzungsdauer können wir Eigentümer gewähren, indem wir auf eine Inanspruchnahme der Räume verzichten. Genauso handeln wir seit jeher im Vertragsverhältnis mit der Kindertagesstätte Die Rheinpiraten und dem matchboxtheater. Diese Einrichtungen bestehen seit 19 Jahren und seit 15 Jahren auf der Grundlage frei verhandelter Mietverträge. Nach unseren Vorstellung werden beide Einrichtungen in den kommenden Jahrzehnten weiter bestehen.

So möchten wir Eigentümer es auch mit der Villa Zündfunke halten; auch diese Einrichtung soll über den vertraglich und vom Land NRW geforderten fixierten Förderungszeitraum hinaus bestehen. Wir planen in keiner Weise, die öffentlichen Nutzungen nach Ablauf der Bindungsfrist zu beenden. Wir sind gerne bereit, nach Ablauf von 10 oder 15 Jahren der Bindungsfrist neue Verträge abzuschließen, die den Nutzungszeitraum der Villa Zündfunke verlängern.

Eine vertragliche Festlegung über die vom Fördermittelgeber verlangte Bindungsfrist hinaus werden wir zum heutigen Zeitpunkt nicht eingehen, da erstens ein Großteil der heute aktiven Entscheidungsträger der Vereine zu diesem Zeitpunkt voraussichtlich nicht mehr unser Vertragspartner sein werden. Und zweitens kann die Entwicklung eintreten, dass der Bedarf an einem Theater, an einer Kindertagesstätte und an einem Bürgerzentrum sich in 20 Jahren vollkommen anders darstellt und dass es grundlegend neuer Entscheidungen für die gemeinwohlorientierte Nutzung der gesamten Räumlichkeiten bedarf. Und diese eventuell erforderliche neue Ausrichtung auf eine veränderte Bedarfssituation im hiesigen Sozialraum möchten wir mitgestalten.

Eine juristisch tragfähige Vertragsformulierung für die Jahre 2038 (Fertigbezug der Räume im Jahr 2018 und 20 Jahre Zweckbindung) und darüber hinaus, die allen beteiligten Akteuren notwendige Entscheidungsspielräume lässt, ist aus unserer Sicht nicht möglich. Eine grundsätzliche Willenserklärung, die Räume auch über die Bindungsfrist hinaus zur Verfügung zu stellen, haben wir stets gegeben.

Für uns ist die Öffnung unserer Räume für gemeinwohlorientierte Nutzungen seit 20 Jahren gelebte Praxis. Unsere eigenen Kinder sind damit aufgewachsen und sind dem ganzen Projekt positiv zugewandt. Wir freuen uns an Kindern, die täglich die Kita besuchen, auch wenn wir selbst keine Kitakinder mehr haben und selbst die Kinder der Schulbetreuung in unserem Wohnhaus sehen wir nicht als Beeinträchtigung unserer Wohnqualität. Das Grundstück lebt von einem Geist des Zusammenlebens, den wir fördern und der durch viele Mitstreiter seit vielen Jahren getragen wird. Eine Erweiterung des von Martina Vikanis und ihren Mitstreitern getragenen Theaters wurde gerade in den letzten Monaten von vielen als starker Antrieb gesehen, die aufwändige Arbeit an dem Projekt Villa Zündfunke voranzutreiben.

Nach wie vor stellen wir Eigentümer vollkommen freiwillig und gerne unsere Immobilie für öffentliche und gemeinwohlorientierte Nutzungen zur Verfügung. Wir werden das auch in den kommenden Jahrzehnten tun, ansonsten hätten wir das Projekt Villa Zündfunke nicht begonnen und solange getragen. Wir sehen keine Hürden und Hindernisse, weil es uns sinnvoll erscheint, diese Nutzungen, in die bislang von vielen ehrenamtlich Engagierten viel Arbeit und Geld investiert wurde, fortzuführen.

Wenn diese Sicht im politischen Raum nicht geteilt wird, müssen wir uns leider alle, wir Eigentümer, die Vereine Die Rheinpiraten, matchboxtheater und Villa Zündfunke, der Fördermittelgeber „Initiative Ergreifen“ / Städtbauministerium Nordrhein-Westfalen, die engagierten Mitarbeiter der Stadt Leverkusen und der Stadtteil Hitdorf, von einem schönen, den Stadtteil Hitdorf bereichernden Sozial-Projekt verabschieden. Wir gehen davon aus, dass die jetzt in Aussicht gestellten Mittel für das gesamte IHK Hitdorf nicht auf andere Projekte oder Vereine in Hitdorf übertragen werden können. Um den heutigen Projektstatus und die für eine Einreichung des Projekts beim Projektbeirat im Frühjahr 2016 notwendige Projektreife zu erreichen, war eine 3,5-jährige Projektentwicklungszeit unter der Begleitung von “Initiative Ergreifen” notwendig. Das Projekt wurde mit Hilfe eines Lenkungskreises vorangetrieben, dem neben Vertretern der drei Vereine Kindertagesstätte Die Rheinpiraten, matchboxtheater und Villa Zündfunke die Eigentümer sowie zahlreiche Mitarbeiter zahlreicher Fachbereiche der Stadt Leverkusen angehörten. Ausgangspunkt war die Besonderheit des Ortes in der alten Zündholzfabrik und das bisher Erreichte der dortigen Akteure. Das Projekt und die gesamte Förderung des IHK wären für Hitdorf verloren, wenn es jetzt nicht in der beschriebenen Form verabschiedet wird. Das wäre sehr schade!

Interessant könnte sein, wenn die Stadt Leverkusen, die zu ihrem Nießbrauch vorgesehenen Gebäudeteile erwirbt und damit eine zeitlich unbegrenzte Nutzung der Räume durch die Vereine ermöglicht. Die Stadt wird dann Bauherr der Baumaßnahme, was für die bisher Beteiligten eine Entlastung darstellt. Als Eigentümer wären wir nach dem Verkauf keinen weiteren Vorwürfen der Bereicherung ausgesetzt und hätten finanzielle Mittel zur Verfügung, das Gesamtensemble zu erhalten. Falls diese Option für die Stadt Leverkusen in Frage kommt, können wir gerne in Verhandlungen treten."


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Letzte Änderung am 13.11.2017 09:37 von leverkusen.
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