Stadtplan Leverkusen
12.11.2013 (Quelle: Lanxess)
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LANXESS präzisiert Jahresprognose in herausforderndem Marktumfeld


EBITDA vor Sondereinflüssen 2013: Zwischen 710 und 760 Mio. €
Q3-Konzernergebnis fällt um 88 Prozent auf 11 Mio.€

In einem weiterhin von Unsicherheiten geprägten wirtschaftlichen Umfeld hat der Spezialchemie-Konzern LANXESS seinen Ausblick für das Gesamtjahr 2013 präzisiert: Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll im Rahmen der ursprünglich angegebenen Bandbreite von 700 bis 800 Millionen Euro nun zwischen 710 und 760 Millionen Euro liegen.

Das Unternehmen verzeichnete im dritten Quartal 2013 gegenüber dem Vorjahr in allen Segmenten Absatzzuwächse von konzernweit 9 Prozent. Dieser Anstieg konnte den Preisverfall von 11 Prozent jedoch nicht völlig ausgleichen. Von Preisrückgängen betroffen waren insbesondere die Kautschukgeschäfte im Segment Performance Polymers. Auch die negative Entwicklung der Wechselkurse, insbesondere aufgrund des schwachen US-Dollar, wirkte belastend. Insgesamt sank der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 5 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro.

Stabilisierend wirkten, neben den segmentübergreifend wieder steigenden Absatzmengen, die unverändert gute Nachfrage nach Agrochemikalien sowie die positive Umsatzentwicklung in der Region Asien/Pazifik.

„Einige unserer Kunden haben wieder damit begonnen, ihre Lagerbestände aufzubauen. Dies zeigt sich in den sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch zum Vorquartal gestiegenen Absatzmengen“, sagte der Vorsitzende des Vorstands der LANXESS AG Axel C. Heitmann. „Dennoch ist es aus unserer Sicht immer noch zu früh, von einer grundsätzlichen Erholung der Geschäfte zu sprechen.“

Das EBITDA vor Sondereinflüssen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent auf 187 Millionen Euro. Grund hierfür waren vor allem die niedrigeren Verkaufspreise und Lagerabbau. Zudem belastete eine Wertberichtigung auf Vorräte in Höhe von etwa 10 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen fiel von 11,8 auf 9,1 Prozent. Beeinflusst durch höhere Abschreibungen sowie Sonderaufwendungen in Höhe von etwa 20 Millionen Euro für das Effizienzsteigerungsprogramm „Advance“ ging das Konzernergebnis um 88 Prozent auf 11 Millionen Euro zurück.

Der operative Cashflow betrug im Berichtszeitraum auch aufgrund des gezielt reduzierten Working Capital 378 Millionen Euro, nach 344 Millionen Euro im Vorjahr. Die Nettofinanzverbindlichkeiten verringerten sich im Vergleich zum zweiten Quartal 2013 aufgrund des strikten Working Capital Management auf rund 1,8 Milliarden Euro. „Bis zum Jahresende streben wir eine weitere Reduzierung der Nettofinanzverbindlichkeiten an“, sagte LANXESS-Finanzvorstand Bernhard Düttmann.

Geschäftsentwicklung nach Regionen
Der Umsatz in der Region Asien/Pazifik legte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 5 Prozent auf 515 Millionen Euro zu und machte damit 25 Prozent des Konzernumsatzes aus. Wesentlichen Anteil hatte China mit einem Umsatzwachstum von knapp 21 Prozent.

In der Region EMEA (ohne Deutschland) blieb der Umsatz mit rund 591 Millionen Euro und einem Anteil von 29 Prozent am Gesamtumsatz stabil.

In Deutschland verzeichnete LANXESS einen Umsatz von 364 Millionen Euro, ein Rückgang um etwa 7 Prozent. Das Land stand damit für 18 Prozent des Konzernumsatzes.

Die Region Nordamerika erreichte einen Anteil am Konzernumsatz von17 Prozent. Der Umsatz sank um rund 13 Prozent auf 342 Millionen Euro.

In Lateinamerika fiel der Umsatz mit 238 Millionen Euro um 17 Prozent geringer aus als im Vorjahresquartal. Der Anteil der Region am Konzernumsatz lag bei 12 Prozent.

Die Umsätze in den BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) stiegen im Berichtsquartal insgesamt um knapp 3 Prozent auf 497 Millionen Euro. Der Anteil dieser Staaten am Konzernumsatz lag bei 24 Prozent.

Geschäftsentwicklung nach Segmenten
Im Segment Performance Polymers lagen die Absatzmengen im dritten Quartal mit 14 Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere in Asien legten die Volumen signifikant zu. Ein anhaltend schwieriges Marktumfeld sowie geringere Einstandspreise für Rohstoffe, insbesondere für Butadien, führten zu einer Senkung der Verkaufspreise um 19 Prozent. Negative Währungseffekte belasteten den Umsatz zusätzlich. Er sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen verringerte sich um 45 Prozent auf 84 Millionen Euro. Zurückzuführen war dies unter anderem auf die Wertberichtigung auf Vorräte in Höhe von rund 10 Millionen Euro sowie den gezielten Abbau von Lagerbeständen.

Die Umsätze im Segment Advanced Intermediates lagen mit 403 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Beide Geschäftsbereiche Advanced Industrial Intermediates und Saltigo profitierten von der unverändert guten Nachfrage nach Produkten für die Agrochemie sowie für die Duft- und Geschmacksstoffindustrie. Die Absatzmengen stiegen um knapp 5 Prozent, während die Verkaufspreise aufgrund gesunkener Rohstoffpreise um etwa 3 Prozent reduziert wurden. Darüber hinaus wirkte die negative Entwicklung der Wechselkurse umsatzmindernd.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen verringerte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um rund 5 Prozent auf 71 Millionen Euro, auch aufgrund von Währungseffekten sowie einigen Anlaufkosten für die Erweiterung der Kresolanlage in Leverkusen.

Im Segment Performance Chemicals sanken die Umsätze im Berichtsquartal leicht um rund 2 Prozent auf 546 Millionen Euro. Die Verkaufspreise lagen auf Vorjahresniveau. Die Absatzmengen stiegen um 3 Prozent, konnten jedoch die negativen Wechselkurseffekte von etwa 5 Prozent nicht ausgleichen. Positiv entwickelten sich die Geschäfte mit Produkten zur Wasseraufbereitung, mit Kautschukchemikalien sowie mit Materialschutzprodukten für die Lack- und Farbenindustrie.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag mit 72 Millionen Euro um 4 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Ausblick
LANXESS geht auch für das vierte Quartal von einer verhaltenen wirtschaftlichen Dynamik aus. In den aufstrebenden Volkswirtschaften sieht der Konzern weiterhin nur schwächere Impulse und in Europa trotz der erwarteten wirtschaftlichen Entspannung noch keine nachhaltige Stabilität. Das Wachstum in den USA dürfte durch die anhaltende Unsicherheit bezüglich des US-Haushaltsbudgets weiter moderat sein.

Insbesondere für die Automobil- und Reifenbranche erwartet LANXESS, dass das Marktumfeld schwierig bleibt. Die Produktion von Automobilen soll sich in den verbleibenden Monaten des Jahres 2013 nur leicht erhöhen, vor allem durch die Nachfrage in den USA und China. Für die Entwicklung in der Reifenindustrie ist besonders in Europa weiterhin nur von einer leichten Erholung auszugehen.

Für die Bauindustrie sieht der Konzern im vierten Quartal nur in den USA und China eine bessere Entwicklung, während in Europa die Talsohle erreicht werden sollte. Für das Geschäft mit Agrochemikalien rechnet LANXESS mit einer weiterhin guten Nachfrage.

Um der herausfordernden wirtschaftlichen Lage zu begegnen, hat der Konzern mit der Umsetzung des im September angekündigten Effizienzsteigerungsprogramms „Advance“ begonnen. Es umfasst neben Kosteneinsparungen den weltweiten Abbau von rund 1.000 Stellen sowie Portfoliooptimierungen. Insgesamt fallen für das Programm in den Jahren 2013 und 2014 Sonderaufwendungen von rund 150 Millionen Euro an, davon etwa 80 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr. Mit „Advance“ plant LANXESS, ab dem Jahr 2015 jährliche Einsparungen von rund 100 Millionen Euro zu erreichen.


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Letzte Änderung am 16.11.2014 17:22 von leverkusen.
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