Stadtplan Leverkusen
20.01.2012 (Quelle: Stadtverwaltung)
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Neujahrsempfang des Integrationsrates


Beim Neujahrsempfang des Integrationsrates hielt Bürgermeisterin Josefa Lux soeben folgende Rede im Manforter Lindenhof:

"Sehr geehrter Herr Nyantakyi,
sehr geehrte Damen und Herren des Integrationsrates, meine sehr geehrten Damen und Herren aus Politik und Verwaltung, meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich, Sie heute zum Neujahrsempfang des Integrationsrates begrüßen zu dürfen und wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2012.

Auch in diesem Jahr wird uns die Frage, wie wir Integration trotz guter Arbeit verbessern können, weiter beschäftigen.

Eine grundlegende Fragestellung, die immer von Bedeutung sein wird, nicht nur in Leverkusen , auch in Deutschland und auf der ganzen Welt. Denn Integration ist ein fortlaufender Prozess, der sich immer wieder neuen Veränderungen unterwerfen muss.

Mehr als 50.000 Menschen in Leverkusen haben Migrationshintergrund. Damit hat fast ein Drittel unserer Bürgerinnen und Bürger Wurzeln im Ausland. Sie alle tragen damit zu einer begrüßenswerten kulturellen Vielfalt in unserer Stadt bei.

Rückblickend können der Integrationsrat und die Stadt Leverkusen eine positive Bilanz ziehen. Durch eine Vielzahl bürgerschaftlicher Initiativen und einem engen Netzwerk an Trägern und Institutionen, konnten wir Leverkusener Migrantinnen und Migranten gezielt fördern. Sei es im Bezug auf soziale Sicherung, Gesundheitsvorsorge, Pflege oder vor allem auch bei der beruflichen Qualifizierung.

Ja, wir haben viel erreicht. Das heißt aber längst nicht, dass wir uns auf unseren Erfolgen ausruhen dürfen. Ein Blick in die Welt genügt und wir wissen:
Es liegt noch viel Arbeit vor uns.

Auch dieses Jahr, 2012, stellen sich wieder neue Herausforderungen für uns.
Im vergangenen Jahr haben wir feststellen müssen, dass das Bewusstsein für Integration in der Bevölkerung noch längst nicht so weit verbreitet ist, wie angenommen. Und leider wissen wir inzwischen sehr genau, dass es terroristische Kräfte gibt, die mit ihrem verbrecherischen Tun genau das Gegenteil von Integration bewirken wollen.

Allein die Mordserie der Zwickauer Neonazizelle hat uns alle zutiefst erschüttert, aber sie hat uns auch aufgeweckt, weder auf dem rechten, noch auf dem linken Auge blind zu sein.

Auch in Leverkusen sind solche, wenn nicht ganz so verheerenden, Ereignisse zu beklagen. Neonazistische Angriffe, wie die vor kurzem mit Pfefferspray im Brauhaus "Am Markt" oder in der Opladener Kneipe "Bizarre" mahnen uns, wachsam zu sein.

Als Bürgermeisterin der Stadt Leverkusen kann ich Ihnen nur versichern, dass wir alles Erdenkliche tun werden, um jegliche Gewalt in unserer Stadt möglichst zu verhindern bzw. ihr ein Ende zu setzen. Damit spreche ich auch für den Oberbürgermeister.
Und wir meinen: es geht um jede Form von Gewalt.

Es wird sicherlich eine Herausforderung sein, Integration und Völkerverständigung weiterhin voran zu bringen. Und es wird auch nur gelingen, wenn alle Menschen bereit dazu sind, einen Schritt aufeinander zu zugehen.

Wir alle müssen den Dialog der Kulturen fördern. Wir müssen noch mehr Gelegenheiten schaffen für interkulturelle Begegnungen und Kommunikation untereinander.

Nur so kann nachhaltige Integration gelingen.

Für eine gelingende Kommunikation müssen aber auch die Voraussetzungen stimmen.
Um sich anzunähern muss man sich verständigen können. Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Migrantinnen und Migranten in Leverkusen müssen bereit dazu sein, Deutsch zu lernen. Darin müssen wir sie bestärken und das müssen wir auch einfordern.

Die Sprachförderung ist zentraler Bestandteil unseres Integrationskonzeptes, das der Rat schon vor vier Jahren beschlossen hat. Hierbei setzen wir auf vorschulische Sprachförderung, Sprachangebote für Mütter und Väter mit Kinderbetreuung aber auch Lern-, Förder- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche im außerschulischen Bereich.

Wir müssen die Menschen darin ermutigen, Deutsch zu lernen. So ermöglichen wir ihnen, fundamentale Rechte wahrzunehmen. Rechte, die wir alle nutzen, wie beispielsweise das Recht auf Bildung und damit auch auf Chancengleichheit.

Der Anteil ausländischer Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss liegt in Leverkusen bei 15,6 % und ist damit dreimal so hoch wie bei der gesamten Schülerschaft.

Es wird auch eine Herausforderung sein, Fördermaßnahmen auszubauen, um damit vor allem jungen Menschen, Chancen und Möglichkeiten zu eröffnen, Potenziale zu entwickeln, eine gute Ausbildung zu absolvieren und erfolgreich in die Zukunft zu starten.

Integration ist Zukunft.
Migrantinnen und Migranten, ihre Kinder und Enkel werden diese mitbestimmen.

Auch im Jahr 2012 bleibt damit die Integrationspolitik eines unserer zentralen Stadtziele.
Ich bin mir sicher, dass wir all diese bevorstehenden Herausforderungen gemeinsam stemmen werden. Und wir sind auf dem besten Weg dahin.

Der Integrationsrat Leverkusen hat immer einen wichtigen Beitrag zu einem respektvollen Umgang unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen geleistet.
Sie, sehr geehrte Damen und Herren, haben das Wort Integration mit Leben gefüllt.
Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bei Ihnen bedanken.

Ich setzte weiterhin auf eine erfolgreiche gemeinsame Zusammenarbeit und hoffe, dass sich alle Leverkusenerinnen und Leverkusener in diesen spannenden Prozess einbringen und die Zukunft unserer Stadt erfolgreich mitgestalten.

Nur gemeinsam können wir Integration leben, erfahren und da, wo nötig, verbessern. "


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Letzte Änderung am 14.12.2018 01:47 von leverkusen.
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