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Extreme Regenfälle, lange Hitzeperioden Beides wird in Zukunft zunehmen

Wie können wir uns in Leverkusen an den Klimawandel anpassen?
Veröffentlicht: 29.09.2011 // Quelle: Stadtverwaltung

Hitzewellen im Frühjahr, ein verregneter Sommer, jetzt stehen die Herbststürme vor der Tür. "Die Wetterereignisse werden immer extremer", so Marc Scheibel, Chefhydrologe vom Wupperverband. Seit drei Jahren gebe es außerdem eine jahreszeitliche Verschiebung der Regenmengen im Gebiet des Wupperverbands.

Von März bis April sei nur ein Fünftel des Regens gefallen, der sonst die Talsperren füllt und die Grundwasserreserven ansteigen lässt. Dafür war der Januar und der August so nass wie schon lange nicht mehr. Aber dies half kaum um die Reserven zu füllen. "Ein weiteres trockenes Jahr wird dazu führen, dass wir Bäche und Flüsse trocken fallen lassen müssen, damit genug Wasser für die Trinkwasserversorgung bereitsteht", so der Hydrologe.

Aber nicht nur Trockenperioden auch die zunehmenden Starkregen sind eine große Herausforderung für die Region. "Die Versiegelung der Städte mit Asphalt und Beton führt zu enormen Wärmeinseln. Dadurch kommt es insbesondere über Ballungszentren vermehrt zu Gewittern und extremen Regengüssen", so der Chefhydrologe. Überflutungen von Straßen und Stadtteilen mit erheblichen Sachschäden sind die Folge.

Leverkusen sei ein Risikogebiet, so Umweltdezernent Frank Stein. Denn hier seien ca. 30 Prozent der Stadtfläche von Beton und Asphalt vollständig versiegelt. "Das ist im Landesvergleich überproportional hoch," so der Umweltdezernent. Wichtig sei deshalb eine neue Diskussion in Bezug auf Flächenverbrauch im Stadtgebiet und der Nutzung alter Flächen. Das vorhandene differenzierte Abwasserabgabesystem ist ein starker Anreiz für Bürger Flächen zu entsiegeln und Verrieselungsanlagen für das Wasser der Dachflächen anzulegen. Das sei nicht nur positiv für die Auffüllung des Grundwassers, sondern auch für den Geldbeutel. Der Umweltdezernent ist bei der Ansiedelung von neuen Gewerben daran interessiert, keine neuen Flächen zu erschließen, sondern eher alte Industriebrachen zu recyceln.

Hans-Martin Kochanek, Leiter des NaturGuts Ophoven regte zusätzlich an, mehr Grünflächen und Bäume im Stadtgebiet anzupflanzen sowie mehr Fassaden und Dächer zu begrünen, um das Stadtklima während Hitzeperioden zu verbessern. "So lässt sich besser leben". Außerdem sollten Frischluftschneisen bei der Stadtplanung stärker berücksichtigt werden. "Wir müssen heute handeln, um unsere Lebensqualität für die Zukunft zu sichern", so der Leiter des NaturGuts.

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