Stadtplan Leverkusen
09.10.2008 (Quelle: Stadtverwaltung)
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5. Vernetzungskongress NRW


Alles Alpha oder was? Mädchenalltag jenseits der Klischees Kongress für Pädagoginnen in NRW vom 15. bis 17. Oktober in Schwerte

Lizzy hat alle Chancen, Esra kann gut Mathe, Vanessa hat Pickel, Marie hat einen Vater, der sie schlägt, Tabea hat Humor. Ganz normale Mädchen 2008. Sechs von 2,7 Millionen in NRW. Wer sind sie? Was bewegt sie? Was wollen sie? Was hindert sie ihre Träume umzusetzen? Sind sie die „Alpha-Mädchen", von denen alle reden? Pragmatischer als ihre Mütter, ehrgeiziger, zielstrebiger und gebildeter als die Jungs? Was ist dran am Mythos der neuen starken Mädchen - und wie nehmen Mädchen sich selbst wahr? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der 5. Vernetzungskongress Mädchenarbeit in NRW, der vom 15. bis 17. Oktober in Schwerte stattfindet.
Dr. Ulrike Graff, Geschäftsführerin der Landearbeitsgemeinschaft Mädchenarbeit in NRW e.V. stellt fest: „Früher sollten Mädchen brav sein, heute sollen sie gut drauf, stark und naturwissenschaftlich begabt sein. Erfreulich an dieser Entwicklung ist, dass die Vielfalt an Lebensentwürfen für Mädchen zugenommen hat und dass Weiblichkeit, Selbstbewusstsein und Stärke zusammen passen dürfen. Doch problematisch ist es, wenn das Bild des Alpha-Mädchens Erfahrungen von Scheitern oder Benachteiligung tabuisiert." So stellte z.B. das Bielefelder Kriminalkommissariat schon vor einigen Jahren fest, dass die Anzahl der „Fehl- und Falschanschuldigungen" bei Vergewaltigungsanzeigen signifikant zugenommen hatte. Um das Phänomen zu erklären, führte die Kriminalkommissarin Heike Lütgert eine qualitative Befragung von Mädchen durch und fand heraus, dass viele Mädchen sich nicht getraut hatten, anzugeben, dass der Täter ihnen bekannt war. Dies hätte für sie bedeutet, dass sie als „starkes" Mädchen es nicht geschafft hatten, zu verhindern, dass ein ihnen bekannter Junge ihnen Gewalt antat. Solche Folgen des Alpha-Mädchen-Bildes sind fatal.
Fachfrauen aus der Mädchenarbeit weisen darauf hin, wie wichtig es ist, in der eigenen pädagogischen Praxis die aktuellen Mädchenbilder zu reflektieren. Sie wollen die Vielfalt der Wirklichkeiten von Mädchen heute öffentlich machen. Damit Mädchen ebenso stolz auf ihre Begabungen sein können wie sie zugeben dürfen, wenn sie nicht mehr weiter wissen – und dann Unterstützung bekommen.
Öffentlichkeit für Vielfalt – dieses Motto gilt auch für die Kooperation mit den Kollegen aus der Jungenarbeit. Denn im Gegensatz zum Alpha-Mädchen werden Jungen einseitig als aggressive, verhaltensauffällige Bildungsverlierer dargestellt. Auch hier müssen die Klischees dringend auf den Prüfstand, damit die Pädagogik besser wird: „Nach über zwanzig Jahren Mädchenarbeit wollen wir, dass die Erkenntnisse und Erfahrungen aus der geschlechtsbewussten Arbeit nun im Interesse von Mädchen und Jungen Eingang in die allgemeine Pädagogik an Schulen, Kinder- und Betreuungseinrichtungen finden" betont Dr. Ulrike Graff.
Auch in Leverkusen orientiert sich pädagogische Arbeit zunehmend unter diesem Aspekt. Im August 2008 hat das auf ein Schuljahr konzipierte Initialprojekt „Vielfalt hoch 2" an der Gemeinschaftshauptschule Neucronenberg begonnen. Ein Kooperationsprojekt der dortigen Schulsozialarbeiterin, dem Sozialdienst Katholischer Männer e.V. und dem Städtischen Mädchentreff nimmt sich der unterschiedlichen Belange von Mädchen und Jungen auf dem Hintergrund ihrer gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechterrolle an. Qualifizierte Mädchen- und Jungentrainer arbeiten geschlechtsspezifisch mit einer Mädchen und zwei Jungengruppen.
Auch gemeinsame Aktionen sind Bestandteil des Projektes. Ziel ist die Verbesserung des Zusammenlebens von Mädchen und Jungen mit ihren teilweise recht unterschiedlichen biografischen Hintergründen.
Angestrebt wir die Verankerung des Projektes an weiteren Schulen in Leverkusen


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Letzte Änderung am 09.09.2014 16:01 von leverkusen.
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