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30.04.2004 (Quelle: Bayer)
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Werner Wenning auf der Hauptversammlung in Köln: Bayer: Erstes Quartal 2004 gibt Anlass zu Optimismus


Umsatz währungs- und portfoliobereinigt um 9 Prozent gesteigert
EBIT vor Sondereinflüssen knüpft an hohes Vorjahresniveau an
EBITDA-Marge soll bis 2006 um fast 60 Prozent verbessert werden

Mit einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatzplus von 9 Prozent und einem erwarteten EBIT vor Sondereinflüssen, das an das hohe Niveau des Vorjahresquartals (833 Millionen Euro) anknüpft, ist der Bayer-Konzern im ersten Quartal 2004 gut in das laufende Geschäftsjahr gestartet. "Die erfreuliche Entwicklung der Monate Januar und Februar hat sich auch im März fortgesetzt", sagte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Wenning am Freitag auf der Hauptversammlung des Konzerns in Köln.
"Insgesamt bestätigt der Geschäftsverlauf der ersten drei Monate unsere positive Prognose und gibt Anlass zu Optimismus." Unter der Voraussetzung, dass sich die derzeitigen Rahmenbedingungen nicht verschlechtern, plant Bayer für 2004, das EBITDA und das um Sondereinflüsse bereinigte operative Ergebnis um jeweils mehr als 10 Prozent zu steigern.

Der Konzernumsatz lag im 1. Quartal 2004 mit 7,4 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Währungsbereinigt legten alle Arbeitsgebiete einschließlich Lanxess zu. Erfreulich ist nach Angaben des Bayer-Chefs auch die Entwicklung des operativen Ergebnisses. Das gelte für die LifeScience-Bereiche HealthCare und CropScience, aber auch für das Industriegeschäft inklusive Lanxess. "Das Jahr hat also gut begonnen, und darauf wollen wir aufbauen", bekräftigte Wenning.

Er wies in seiner Rede vor den Aktionären darauf hin, dass der Konzern in den vergangenen zwei Jahren "in einem großen Kraftakt" grundlegend neu ausgerichtet wurde, um ihn, so der Bayer-Chef, "für die Zukunft fit zu machen, für unsere Aktionäre Wert zu schaffen, und um unseren Mitarbeitern eine klare Zukunftsperspektive aufzuzeigen." Die Zeit sei konsequent genutzt worden, um das Portfolio auf innovationsgetriebene, wachstumsorientierte Aktivitäten zu konzentrieren. Nun seien der Konzernumbau weitgehend abgeschlossen und die gesteckten Ziele erreicht worden. Insbesondere wurde die Neuorganisation des Unternehmens - "der wohl größte Umstrukturierungsprozess in der Bayer-Geschichte" - im vergangenen Jahr vollständig umgesetzt. Das Unternehmen verfüge jetzt über leistungsstarke und selbstständig operierende Teilkonzerne, die sich optimal auf ihre Märkte ausrichten könnten. Sie würden von kompetenten Servicegesellschaften unterstützt.

Zudem wurde Ende 2003 mit der beabsichtigten Abtrennung der neuen Gesellschaft Lanxess mit einem Großteil der Chemie-Aktivitäten sowie etwa eines Drittels des Polymergeschäfts die Neuausrichtung des Portfolios auf den Weg gebracht. Bayer selbst werde sich künftig auf die Bereiche Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien konzentrieren. Wenning: "Hintergrund für die neue Strategie ist unser klarer Fokus auf zwei wesentliche Komponenten: Innovation und Wachstum. So wollen wir als Erfinder-Unternehmen die Zukunft gestalten und innovativ zum Wohle der Menschen tätig sein."

Diese Zielsetzung spiegele sich in den Produkten des Unternehmens wider.
Wenning: "Sie sollen dazu beitragen, dass das Leben der Menschen gesünder, leichter und angenehmer - mit einem Wort: besser - wird. Deshalb lautet auch unser neuer, internationaler Slogan: Bayer - Science For A Better Life."

Für die weitere Zukunft des Bayer-Konzerns zeigte sich der Vorstandsvorsitzende zuversichtlich: "Als Unternehmen mit rund 140-jähriger Tradition sehen wir es als unsere Verantwortung, schon heute über das Übermorgen nachzudenken." Die Fokussierung der Ressourcen auf die Wachstumsplattformen der innovativen Bereiche HealthCare, CropScience und MaterialScience bilde die Basis für langfristiges, nachhaltiges Wachstum.
Besonders gute Chancen würden dabei in der konzernweiten Nutzung der Bayer-Technologien gesehen: "Denken Sie nur an die Möglichkeiten, die sich aus der Nutzung von Pflanzen als Bioreaktoren oder aus der Kombination von Werk- und Wirkstoffen in der Medizintechnik ergeben könnten", sagte Wenning. Auch wenn Milliarden-Umsätze auf diesen Märkten noch Zukunftsmusik seien, so zeigte er sich doch überzeugt, dass Bayer gute Voraussetzungen habe, um an dem enormen Potenzial dieser Märkte teilzuhaben.

Gradmesser für den Erfolg - und unerlässlich für die nachhaltige Wertschaffung - sei aber die Verbesserung der Performance. Im Rahmen der Neuausrichtung habe Bayer daher die Renditeziele neu definiert.
Dabei solle das EBITDA in den Vordergrund gerückt werden, denn diese Größe werde national wie international mehr und mehr zum gängigen Vergleichsmaßstab.
Entsprechend dem langfristigen Potenzial sei eine Zielrendite für den Gesamtkonzern von 22 Prozent festgelegt worden. Als Zwischenschritt solle nach der Trennung von Lanxess bis 2006 eine EBITDA-Marge von 19 Prozent erreicht werden. Das bedeute, dass Bayer die zwölfprozentige EBITDA-Marge von 2003 in drei Jahren um fast 60 Prozent steigern wolle.

"Uns ist bewusst", so der Vorstandsvorsitzende weiter, "dass unsere Ziele ambitioniert sind. Sie spiegeln aber aus unserer Sicht ein realistisches Szenario unserer Strategie wider." So sei das Unternehmen bei HealthCare mit Animal Health, den Biologischen Produkten, Diagnostika und Consumer Care - also in vier von fünf Divisionen - gut positioniert. Es sei geplant, in diesen Bereichen in den kommenden Jahren währungsbereinigt stärker als der Markt zu wachsen.

Die Division Pharma solle mittelfristig ein Wachstum und eine Rendite erreichen, die mit Wettbewerbern ähnlicher Größe vergleichbar seien. Dabei setze man auf das Antiinfektiva-Portfolio, die solide Geschäftsbasis im Bereich des kardiovaskulären Risikomanagements, den guten Start von Levitra, auf weitere Kostenreduzierungen und vor allem auf die Forschungspipeline. Wenning: "Diese lässt für die Zukunft einiges erwarten." Als Beispiel führte er den Raf-Kinase-Inhibitor an, ein sehr vielversprechendes Krebsmedikament, das 2003 die Phase III erreichte.
Anfang April 2004 habe die US-Gesundheitsbehörde Bayer für dieses Mittel den Fast-Track-Status zugebilligt. Das ermögliche ein beschleunigtes Prüf- und Zulassungsverfahren, da die Substanz lebensrettend wirken könne und derzeit keine gleichwertige Alternative zur Behandlung von Nierenkrebs existiere.

Ausgezeichnet positioniert ist der Bayer-Konzern nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden im Bereich CropScience. Durch die Akquisition der restlichen 50 Prozent am US-Unternehmen Gustafson habe man die Marktstellung bei der Saatgutbehandlung weiter verbessert. Zudem verfüge Bayer CropScience über eine Pipeline von Weltklasse-Niveau. Seit 2002 seien jährlich zwei bis drei neue Produkte auf den Markt gebracht worden und dieses Innovationstempo solle beibehalten werden. Bis 2006 werde mit den neuen Produkten ein Umsatzbeitrag von insgesamt rund 800 Millionen Euro angepeilt, sagte Wenning.

Auch bei MaterialScience besetze man in den wesentlichen Geschäftsfeldern Top-Positionen und das Thema Forschung habe einen großen Stellenwert. Vor allem die Anwendungsforschung sei eine Domäne von Bayer. Als exzellentes Beispiel führte er das Produkt Polycarbonat an, für das regelmäßig neue Anwendungsformen gefunden würden. Neben Innovation setze Bayer aber auch in diesem Arbeitsgebiet auf Wachstum. So werde in der Entwicklung der asiatischen Märkte eine große Chance gesehen. In den nächsten Jahren wolle das Unternehmen vor allem durch Investitionen in World-Scale-Anlagen in China an den Hauptwachstumsmärkten maßgeblich partizipieren. Wichtige Wachstumsbeiträge solle darüber hinaus auch eine konsequente Fortführung der Effizienzsteigerungsprogramme liefern.

In seinen Ausführungen zum geplanten Börsengang von Lanxess erläuterte der Vorstandsvorsitzende, das Unternehmen werde mit rund 20.000 Mitarbeitern in den vier Geschäftssegmenten Chemical Intermediates, Performance Chemicals, Performance Plastics und Performance Rubber einen Umsatz von rund 6 Milliarden Euro erzielen und zu den führenden Chemie-Unternehmen Europas gehören. Die Gesellschaft soll - wenn die Hauptversammlung diesem Plan zustimmt - bis spätestens Anfang 2005 an die Börse gebracht werden. Ob dieses im Rahmen eines IPO oder durch einen Spin-Off geschieht, soll zu Beginn des 2. Halbjahres entschieden werden - abhängig von der Kapitalmarktsituation, der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung sowie der operativen Performance des Geschäfts in den kommenden Monaten.

Wenning zeigte sich überzeugt, dass sowohl Bayer als auch Lanxess von der Trennung profitieren werden, denn auf diese Weise könnten sie ihre unterschiedlichen Strategien bestmöglich umsetzen. Die Ausgestaltung von Lanxess sei so gut wie abgeschlossen, und es werde erwartet, dass die betreffenden Bereiche innerhalb des Konzerns zum 1. Juli ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit erhalten werden. Damit könne die Gesellschaft schon zu diesem Zeitpunkt weitgehend eigenständig agieren.

Die Aktionäre wurden auch über den aktuellen Stand zum Thema Lipobay-/Baycol-Verfahren informiert. Danach wurden bislang weltweit 2.312 Fälle ohne Anerkennung einer Rechtspflicht außergerichtlich verglichen und dafür 872 Millionen US-Dollar aufgewandt. Die Zahl der anhängigen Klagen sei mittlerweile auf 9.278 gesunken.


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Letzte Änderung am 30.04.2015 15:29 von leverkusen.
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