Stadtplan Leverkusen
17.09.2015 (Quelle: KulturStadtLev)
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„KlassikSonntag!” mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen


„Der viergeteilte Sonntag kulminierte in einem fabelhaften Konzertabend … Das Publikum war hingerissen“ – so fasste die Fachzeitschrift „Das Orchester“ die höchst erfreulichen Reaktionen auf den „KlassikSonntag!“ zusammen. Im Herbst 2008 erstmals aufgelegt, hat sich der „KlassikSonntag!“ mit seinem innovativen Ganztagskonzept weit über die Grenzen Leverkusens hinaus einen Namen gemacht. Die größte deutsche Klassikzeitschrift „FonoForum“ sprach von einem „Wunder“ und eröffnete mit einem zweiseitigen Feature ausschließlich über den „KlassikSonntag!“ die Reportageserie „Außergewöhnliche Konzertreihen“; WDR und Deutschlandfunk sendeten ausführliche Features.
Aus bestem Grund: Der „KlassikSonntag!“ macht klassische Musik nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf anregende und spannende Weise für (fast) alle Sinne erlebbar – und das für Jung wie für Alt. Vier ganze Tage rund um die Musik des jeweiligen Abendkonzerts. Mit Einsichten, Ansichten, Aussichten … und faszinierenden Hörerlebnissen.

1. KlassikSonntag! der Saison 2015/2016
Mit seiner 1799/1800 komponierten „Ersten“ eroberte sich Beethoven nachhaltig jene Gattung, die für ihn eine Art Lebensraum sein sollte: die „Sinfonie“, die maßgeblich durch Beethoven zu einer, wenn nicht der zentralen Nagelprobe künstlerischen Ranges wurde. Und dies tat er, wie kaum anders zu erwarten, auf legendäre Weise, beginnt sie doch mit einem harmonischen Paukenschlag – nicht etwa mit einem dröge das Terrain absteckenden C-Dur-Akkord, sondern mit einem dissonanten Septakkord, der den Hörer erst einmal auf eine ungewisse Reise schickt, bevor er den sicheren Hafen der Grundtonart erreicht. Solche innovativen Effekte waren in Joseph Haydns unerschöpflich vielseitiger Sinfonik bereits angelegt. Über den wunderbaren langsamen (Variationen-)Satz seiner Sinfonie G-Dur Nr. 88 soll Johannes Brahms gesagt haben, er wünsche sich, dass seine (bekanntlich leider nie komponierte) Neunte dereinst so klänge. Dmitri Schostakowitschs Klavierkonzert Nr. 2 aus dem Jahr 1957 ist ein Geburtstagsgeschenk des Vaters an den 19-jährigen Sohn Maxim und zugleich eines der unbeschwertesten Werke aus der Feder des oft gegängelten Komponisten. Hier ist von solchen Hindernissen kaum etwas zu spüren, stattdessen ließ sich der Vater von den himmelsstürmenden Lebens(t)räumen der Jugend zu einem Repertoire-Juwel von unwiderstehlicher Verve inspirieren.
Solist in Schostakowitschs Konzert ist Igor Kamenz – der „Wunderpianist“ (Süddeutsche Zeitung) und „Titan des Klaviers“ (International Piano), der in Leverkusen bereits mit Tschaikowskys Erstem Klavierkonzert begeisterte, erobert die Auditorien mit „unglaublicher Schönheit“, „extraterrestrischer Musikalität“ und einer Spielkultur, die ihre „fast unbegreifliche Virtuosität“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) nicht zum funkelnden Selbstzweck erhebt, sondern in den Dienst des Werkes stellt.

Sonntag, 27. September 2015
11.00-12.40 hMatinee
Einführung mit Musik & Gespräch: Dirk Joeres, Igor Kamenz, Horst A. Scholz u.a.
Eintritt für Konzertbesucher frei (übrige: 6,50 €/erm. 4,00 €)
Schloss Morsbroich
16.30-17.30 hÖffentliche Orchesterprobe
Der Blick in die „Werkstatt“ – Eintritt frei!
Forum (Gr. Saal)
18.00 hSinfoniekonzert
Eintritt: 39,50 bis 19,50 € (erm.: 20,75 bis 10,75 €)
Forum (Gr. Saal)

Um 13.00 Uhr bietet das Schloss-Restaurant ein Themen-Menü an, das auf das Konzert maßgeschneidert ist. (Tisch-Reservierung erbeten unter Tel. 0214-96 00 45 64)
Der Besuch der Matineeveranstaltung ist für Konzertbesucher kostenlos; der Besuch der Orchesterprobe (bei der Teile des Konzerts angespielt werden) ist für alle Interessenten kostenlos! Und natürlich „müssen“ die Besucher nicht an allen Etappen teilnehmen – wer nur das Konzert besuchen will, kann dies gerne tun. Aber verpasst etwas.

Karten:
39,50–19,50 € (erm.: 20,75–10,75 €).
Kartenbüro Forum (Tel. 0214-406 4113), an allen bekannten Vorverkaufsstellen

Programm des Sinfoniekonzerts (18.00 Uhr):
Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 88 G-Dur
Dmitri Schostakowitsch
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 F-Dur op. 102
*****
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21

Westdeutsche Sinfonia Leverkusen
Igor Kamenz Klavier
Dirk Joeres Leitung

Igor Kamenz
Der „Wunderpianist“ (Süddeutsche Zeitung) Igor Kamenz wurde 1968 im Fernen Osten Russlands am Strom Amur nahe der chinesischen Grenze geboren. 1975 gab er sein Debüt als Dirigent der Novosibirsker Philharmonie mit einer Aufführung von Haydns 94. Sinfonie „Mit dem Paukenschlag“. Eine Reihe von Konzerten als Pianist, Solist und vor allem als Dirigent folgten zwischen 1976 und 1978. 1977 trat Kamenz als Dirigent des Bolschoi Orchesters erstmals im Kreml auf, sein Konzert mit dem Allunion Rundfunk- und Fernsehorchester mit Werken von Mozart und Johann Strauß wurde am 1. Mai 1977 im gesamten sowjetischen Fernsehen übertragen.
Igor Kamenz ist langjähriger Schüler von Vitaly Margulis und Sergiu Celibidache. In den letzten Jahren beschäftigt er sich zudem intensiv mit historischer Aufführungspraxis des 18. Jahrhunderts. Er wurde mit achtzehn(!) 1. Preisen bei internationalen Klavierwettbewerben ausgezeichnet. Der Künstler pflegt ein weitgespanntes Repertoire von Couperin bis Cage, wobei eine besondere Vorliebe dem Klavierwerk von Scarlatti, Bach, Mozart, Beethoven, Schumann, der Virtuosenliteratur des 19. Jahrhunderts, der Musik des Fin de siècle sowie der russischen Spätromantik gilt. Seine Rezitals bzw. Solistenauftritte beim Schleswig-Holstein Musik Festival, im Münchner Herkulessaal und Gasteig, in der Laeiszhalle in Hamburg, in der Bremer Glocke, in der Liederhalle Stuttgart, in der Beethovenhalle Bonn, im Konzerthaus Berlin, im Kennedy Center in Washington, in der Salle Gaveau in Paris, in der Tonhalle Zürich, in der Alten Oper in Frankfurt, in der Birmingham Symphony Hall, im Mozarteum Salzburg und sein Liszt-Rezital im Großen Saal des Moskauer Konservatoriums waren große Erfolge. Von Kamenz liegen zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen in Form von Studioproduktionen und Konzertmitschnitten vor.
Attila Csampai schrieb über eine Liszt-, Rachmaninow- und Tausig-CD: „Kamenz´ Sinn für Klangfarbennuancierungen ist phänomenal“ (Scala) und führte aus: „Zauberkunststücke ... ein mit allen Wassern gewaschener Tastengladiator ... pianistische Extraklasse und gestalterische Intelligenz, die auf moderne und analytische Weise die Tradition der ‚alten‘ Virtuosen wiederbelebt“ (Musik und Theater). Harold C. Schonberg schrieb dazu: „eine ganz wunderbare Platte … elegantes romantisches Spiel ohne romantischen Bombast … seine Technik ist von internationaler Spitzenqualität“ (American Record Guide).
Igor Kamenz erobert die Auditorien mit „unglaublicher Schönheit“, „extraterrestrischer Musikalität“ und einer Spielkultur, die ihre „fast unbegreifliche Virtuosität“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) nicht zum funkelnden Selbstzweck erhebt, sondern in den Dienst des Werkes stellt.

Dirk Joeres
In Bonn geboren, studierte Dirk Joeres Dirigieren und Klavier in Berlin, Köln und London sowie Komposition in Paris bei Nadia Boulanger, der Grande Dame der musikalischen Moderne. 1972 gewann er den Ersten Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb in Vercelli und begann eine sehr erfolgreiche pianistische Tätigkeit. Tourneen führten ihn in zahlreiche europäische Länder und in die USA; Festivals wie die Berliner Festwochen, Prager Frühling und das Klavierfestival Ruhr luden ihn wiederholt zu Recitals ein. Daneben etablierte er sich zusehends auch als Dirigent.
1987 wurde er zum Künstlerischen Leiter der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen ernannt. Mit diesem Orchester konzertierte er in den großen Sälen, vom Amsterdamer Concertgebouw bis zum Wiener Musikvereinssaal, von der Berliner Philharmonie bis zum Kennedy Center Washington. Nach dem Salzburg-Debüt schrieben die ‚Salzburger Nachrichten’: „Joeres gehört zu jenen Dirigenten, die wissen, wie Musik unmittelbar zum ‚Sprechen’ kommt“. 2000 wurde Dirk Joeres zum Associate Conductor des Royal Philharmonic Orchestra London ernannt; 2007 wurde er dessen Ständiger Gastdirigent. Mit dem RPO und der WSL hat er Tourneen in Europa und USA unternommen und ist bei internationalen Festivals wie Beethovenfest Bonn, Brucknerfest Linz, Budapest, Cheltenham, City of London und Schleswig-Holstein Musik Festival aufgetreten.
Darüber hinaus hat Dirk Joeres erfolgreich neue Präsentationsformen für klassische Musik konzipiert. So initiierte er 2008 in Leverkusen das innovative Konzertformat „KlassikSonntag!“ – eine „hinreißende Offensive in Sachen klassische Musik“ (Kölner Stadt-Anzeiger), die überregional Aufmerksamkeit erregt hat und in zahlreichen Berichten, Features und Interviews von Presse und Rundfunk gewürdigt wurde. Die CD-Einspielungen von Dirk Joeres fanden ein hervorragendes Echo in der internationalen Presse; das Londoner ‚Gramophone’-Magazin vergab seinen „Editor’s Choice Award“ für eine Brahms-Einspielung mit der Sinfonia. Seine Schumann-CD mit dem RPO erhielt ebenfalls Top-Bewertungen: „Exemplarische ‚Rheinische’ – eine Referenz-Aufnahme“ (Pizzicato, Supersonic Award).

Westdeutsche Sinfonia Leverkusen
Als die Westdeutsche Sinfonia Leverkusen unter Leitung von Dirk Joeres 1991 ihr Debüt im Musikvereinssaal Wien gab, hob die Presse den „glasklaren klassischen Glanz“ des Klangbildes hervor. Inzwischen hat sich das Orchester Konzertsäle wie das Amsterdamer Concertgebouw, die Berliner Philharmonie, das Londoner Barbican und das Kennedy Center Washington erobert. Gleichzeitig ist die Westdeutsche Sinfonia Leverkusen auch zu einer festen Größe im rheinischen Musikleben geworden: Neben ihrer eigenen Konzertreihe in Leverkusen gastiert sie u.a. in der Kölner Philharmonie und der Düsseldorfer Tonhalle.
Seine Gründung im Jahr 1987 verdankt das Orchester einem originellen Konzept: Führende Musiker aus zehn nordrhein-westfälischen Orchestern prägen die Sinfonia. Ihre erste CD-Einspielung erschien 1989, 1990 reiste die Sinfonia erstmals in die USA. 1991 verlieh die englische Fachzeitschrift ‚Gramophone’ einer CD-Einspielung den begehrten „Editor’s Choice Award“ und lobte „superbes Orchesterspiel und ausdrucksstarke, durchdachte Interpretationen“. Das Repertoire der Sinfonia umfasst klassische Schwerpunkte wie sämtliche Beethoven- und Schubert-Sinfonien, die z. Zt. auch für einen CD-Zyklus eingespielt werden, aber auch Wiederentdeckungen und Uraufführungen, etwa beim Beethovenfest Bonn und beim Schleswig-Holstein Musik Festival. Auch bei den Festivals von Bratislava, Budapest, Cheltenham, Ljubljana und London sind Dirk Joeres und die Westdeutsche Sinfonia Leverkusen wiederholt zu Gast. Anlässlich des WSL-Debüts im Großen Festspielhaus Salzburg (2004) schrieben die ‚Salzburger Nachrichten’: „Das Orchester ist vorzüglich konsolidiert in Spieldisziplin und Klangbalance.“
Anlässlich eines Konzerts in der Münchner Philharmonie schrieb die ‚Süddeutsche Zeitung‘: „Dirk Joeres gelingt es, die genuin dialogischen Strukturen des klassischen Musizierstils eindringlich hervorzuheben. Die schlank gehaltenen Tempi, wohltuend entschlackt vor allem die langsamen Sätze, und der durchsichtige, fein modellierte Orchesterklang unterstützen diese Intention. […] Konturenschärfen waren auszumachen, die man bei größeren Formationen oft vermisst.“
Die Jubiläumstournee aus Anlass ihres 20-jährigen Bestehens in der Spielzeit 2007/2008 führte die Sinfonia u.a. zu erneuten Auftritten nach Salzburg (Festspielhaus), München (Philharmonie am Gasteig) und Köln (Philharmonie). 2012 feierten Dirk Joeres und die WSL ihr 25-jähriges Jubiläum, u.a. mit einem Debüt-Konzert im Palais des Beaux-Arts in Brüssel, einer Spanien-Tournee sowie Auftritten beim Flandern-Festival.
KulturStadtLev


3 Bilder, die sich auf „KlassikSonntag!” mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen beziehen:
01.07.2013: Igor Kamenz
13.03.2012: Westdeutsche Sinfonia
00.00.2007: Dirk Joeres

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Letzte Änderung am 23.03.2017 22:33 von leverkusen.
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