Stadtplan Leverkusen
12.11.2009 (Quelle: Currenta)
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Dr. Grigat beim Abendgespräch mit Journalisten im CHEMPARK Leverkusen: "Die Wirtschaftskrise bislang gut gemeistert"


Innovative Werkstoffe ein Schlüsselthema für Wachstum und Standortsicherung

Der CHEMPARK sieht allmählich wieder Aufwärtstendenzen; darauf deutet die Geschäftsentwicklung vieler Unternehmen am Standort Leverkusen hin. "Die CHEMPARK-Partner waren zwar ebenfalls vom gesamtwirtschaftlichen Absatzeinbruch der Branchen betroffen. Insbesondere die aktuellen Entwicklungen bei DyStar bedauern wir sehr. Insgesamt gesehen hat der CHEMPARK Leverkusen als Verbund der einzelnen Unternehmen die Krise aber bislang gut gemeistert. Wir blicken zuversichtlich nach vorn", sagte CHEMPARK-Leiter Dr. Ernst Grigat im Rahmen eines Pressegesprächs am Donnerstag, 12. November 2009, in Leverkusen. "Mit einer Gesamtsumme von rund einer halben Milliarde Euro für Investitionen und Aufwendungen für Instandhaltungsmaßnahmen bewegen sich die CHEMPARK-Partner vor dem Hintergrund der schwierigen konjunkturellen Gesamtlage nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau", so Dr. Grigat. Allerdings erreichen die Investitionen nicht ganz die Höhe des sehr guten Vorjahres.

In Anbetracht der Schwere der Krise hätten die negativen Auswirkungen für den CHEMPARK auch weitreichender sein können. Als Stärke in der Krise habe sich das funktionierende Zusammenspiel der auf dem Gelände in Leverkusen ansässigen Firmen und der Produktverbund erwiesen: Die Talsohle des Abschwungs sei vermutlich erreicht, eine Trendwende erkennbar. Verlässliche Voraussagen über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung seien jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht machbar. Für 2010 sei möglicherweise mit einem insgesamt niedrigeren Gesamtinvestitionsvolumen zu rechnen. "Umso wichtiger ist es, den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen. Wir wollen Europas attraktivster Chemiepark werden. Daran halten wir fest", so Dr. Grigat.

Innovative Werkstoffe als Schlüsselthema der Zukunft Im Rahmen der Zukunftsstrategie nimmt das Thema "Innovative Werkstoffe" einen entscheidenden Stellenwert ein. "Über die klassische Chemie hinaus will der CHEMPARK neue zukunftsträchtige Themenfelder erschließen, Innovationspotenzial innerhalb der Wertschöpfungskette ausloten und auf diese Weise noch attraktiver für Neuansiedlungen werden", betonte Dr. Grigat. Innovative Werkstoffe sowie die Bio-, Nano- und Mikrotechnologie stellen dabei die Basis für einen zukünftigen Aufschwung dar. Sie eröffnen neue Chancen und begründen so ein nachhaltiges Wachstum. "Leverkusen ist eine Keimzelle für ,Innovative Werkstoffe’. Angestrebt wird ein Netzwerk mit Unternehmen, Verbänden und Hochschulen. Entsprechende Gespräche sind bereits geführt worden."

Diese enge Verzahnung erhöhe die Chancen, Rohstoffe mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zu entwickeln, damit verbesserte Materialien und so innovative Produkte mit neuen Eigenschaften herzustellen. Erste konkrete Schritte sind mit der Zusammenarbeit des CHEMPARK mit dem Bereich "Neue Materialien" des IVAM, des Fachverbandes für Mikrotechnik, bereits erfolgt.
Die Kooperation sei ein wichtiger Baustein, um die niederrheinische Industrieregion auf lange Sicht zum Vorreiter auf dem Gebiet "Innovative Werkstoffe" zu machen, so der CHEMPARK-Leiter. "Langfristiges Ziel ist es, das Netzwerk gemeinsam nach innen zu stärken und mit neuen Partnern zu vergrößern, um die Attraktivität der Region Leverkusen als `Keimzelle für Innovative Werkstoffe´ zu steigern", hob Grigat hervor.

Ein wichtiges Beispiel für die Investition in innovative Werkstoffe am Standort Leverkusen ist der Bau einer neuen Pilotanlage zur Herstellung von Kohlenstoff-Nanoröhrchen durch Bayer MaterialScience (BMS). Sie wird eine Kapazität von 200 Jahrestonnen haben und damit derzeit eine der größten ihrer Art weltweit sein. Durch den Einsatz von Baytubes® - so der Markenname der Kohlenstoff-Nanoröhrchen - können extrem stabile und belastbare Werkstoffe mit deutlich reduziertem Gewicht hergestellt werden: Beispielsweise werden so Rotorblätter von Windkraftanlagen energieeffizienter, Transportbehälter leichter und Sportgeräte stabiler.

Die LANXESS AG hat sich in diesem Jahr einem ganz besonderen Werkstoff gewidmet, der bereits vor 100 Jahren die Welt revolutioniert hat und auch unsere Zukunft weiterhin bestimmen wird: synthetischer Kautschuk. Als weltweit führender Anbieter auf diesem Gebiet führt der Leverkusener Spezialchemie-Konzern das Erbe Fritz Hofmanns fort. Der Chemiker der Elberfelder Farbenfabriken hatte 1909 den ersten synthetischen Kautschuk erfunden. Dieser elastische Alleskönner hat das alltägliche Leben verändert. Ob in Autos, Kaugummis, Golfbällen, Schuhen, Tauchanzügen, Kabeln, Dichtungen, Luftballons oder Windrädern: In all diesen Errungenschaften steckt synthetischer Kautschuk. Aktuell hat LANXESS über 100 verschiedene Synthesekautschuktypen im Programm. Trotz seiner Tradition hat dieser Kautschuk-Werkstoff nach wie vor enormes Potenzial. In Zusammenarbeit mit den Kunden entwickeln Chemiker und Techniker in den LANXESS-Laboratorien bereits heute die Kautschukgeneration von morgen. Am Standort Leverkusen produziert LANXESS nicht nur Hightech-Kautschuke der Marke Therban®, die etwa in Keilriemen und Öl-Bohrlöchern zum Einsatz kommen. Hier ist auch ein Anwendungs-Technikum angesiedelt, in dem neue Kautschuke entwickelt und getestet werden. Wie wichtig Leverkusen für LANXESS ist, spiegelt sich auch in den Investitionen wider. Der Spezialchemie-Konzern sieht an seinem weltweit größten Standort und dem Sitz seiner Konzernzentrale für das Gesamtjahr 2009 eine Investitionssumme von rund 90 Millionen Euro vor.

Knapp 4,5 Millionen Euro hat CURRENTA in die Erneuerung der Festmachereinrichtungen an der mehr als 900 Meter langen Kaimauer in Leverkusen investiert. Die Fachleute montierten insgesamt 35 Festmacher im Abstand von rund 30 Metern. Damit trägt das Unternehmen der Entwicklung zu immer größeren Frachtschiffen sowie den aktuellen Normen der Europäischen Union Rechnung.

In die Modernisierung der biologischen Abwasserreinigung im Entsorgungszentrum Bürrig investiert CURRENTA insgesamt 15 Millionen Euro. Der Ausbau hat zum Ziel, die Prozesse der biologischen Stufe effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Unter anderem wird auch die Einleitung von Stickstoffverbindungen in den Rhein um mindestens 40 Prozent gesenkt. Ende 2009 wird mit dem Bau eines weiteren, insgesamt vierten Nachklärbeckens begonnen (Investitionssumme: zwei Millionen Euro). Die Inbetriebnahme des gesamten Modernisierungs- und Erweiterungsprojekts ist für Ende 2010 geplant.

Die Arbeiten zum Bau des modernsten Kabelwerks Europas durch die nkt cables GmbH im Süden des CHEMPARK Leverkusen schreiten zügig voran. Nach der Verlagerung der Produktions- und Verwaltungseinheiten von Köln-Mülheim in den CHEMPARK wird das Unternehmen seine Produktion auf dem 84.000 Quadratmeter großen Gelände voraussichtlich Ende 2009 aufnehmen. Bis Ende 2010 werden alle rund 500 nkt-cables-Mitarbeiter von Köln in den CHEMPARK umgezogen sein. Investition für die Gesamtmaßnahme: rund 120 Millionen Euro.

Umgestaltung des K-Blocks weitgehend abgeschlossen
Mit der offiziellen Eröffnung des neuen Bayer-Vital-Gebäudes im so genannten K-Block an der Kaiser-Wilhelm-Allee konnte ein entscheidender Schritt zum modernen Büro-Campus erreicht werden. "Das neu errichtete Gebäude ist für den CHEMPARK von sehr großer Bedeutung. Es bietet ein modernes und attraktives Arbeitsumfeld und stärkt als Bekenntnis zu Leverkusen den Standort", erklärte Dr. Grigat. Rund 1.000 Beschäftigte von Bayer Vital sind von Köln nach Leverkusen umgezogen und haben - ebenso wie Mitarbeiter der Bayer-Konzernrevision - den Verwaltungstrakt bezogen. Er dient in erster Linie der Bayer Vital GmbH als neuer Hauptsitz, der nun - ebenso wie die Zentralen von BMS und LANXESS - außerhalb des Werkszauns liegt und somit frei zugänglich ist. Mit Grünflächen versehen, wird dieses Chemieparkareal einen anderen Charakter als die Produktionsbereiche innerhalb des Werkszauns erhalten.

Gesellschaftliches Engagement wird fortgeführt
Das gesellschaftliche Engagement nimmt für den CHEMPARK einen hohen Stellenwert ein. Sichtbarer Ausdruck sind mehrere zukunftsweisende Projekte und Kooperationen.

Zu ihnen zählt der Campus Leverkusen, eine Erweiterung der Fachhochschule (FH) Köln. Zum Wintersemester 2009/2010 startete der kooperative Studiengang Technische Chemie. Die Aufnahme des vollständigen Studienbetriebs für die Studiengänge Technische Chemie und Pharmazeutische Chemie in Leverkusen ist zum Wintersemester 2010/2011 geplant.

Eine weitere Kooperation planen die Bayer Technology Services GmbH (BTS) und die Technische Universität Dortmund. In einem neuen Technologiezentrum im CHEMPARK Leverkusen sollen ressourcenschonende, flexible und effiziente Produktionskonzepte entwickelt werden. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt dieses Projekt mit fünf Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket Il.

Auch mit den umliegenden Schulen pflegt der CHEMPARK traditionell enge Kontakte mit Projekten in allen Jahrgangsstufen. So stellte der CHEMPARK Leverkusen gemeinsam mit der Deutschen Umwelt-Aktion (DUA) vor kurzem den Viertklässlern der Don-Bosco Grundschule ein umweltpädagogisches Projekt zum Thema "Produktkreislauf" vor. Unter dem Motto "Viele Schritte zum schnellen Schuh" lernten die Grundschüler die Prozesskette in einem Chemiepark von den Rohstoffen über die Produktion bis zur Entsorgung kennen. Neueste Partnerschaft: die vereinbarte Kooperation mit der Montanus-Realschule. "Damit intensivieren wir die seit Jahren bestehende naturwissenschaftliche Zusammenarbeit", so Dr. Grigat. Zu den aktuellen von CURRENTA betreuten Projekten zählen Berufsinformationstage, die sowohl im Ausbildungszentrum des CHEMPARK als auch in der Schule organisiert werden, ebenso wie die Hilfestellung beim Bewerbungsverfahren.

Ausbildung übernimmt Vorreiterrolle
Zurzeit bildet CURRENTA in Leverkusen als einer der größten Ausbilder im Rheinland in mehr als 20 Ausbildungsberufen im naturwissenschaftlichen, technischen und kaufmännischen Bereich insgesamt 1.036 Mädchen und Jungen aus, davon 554 für Bayer, 97 für LANXESS und 136 für CURRENTA (Stand: 30.9.2009). Allein zum Ausbildungsbeginn 2009 starteten 293 Schulabgänger in eine Berufsausbildung, davon zählen 48 Jugendliche zu der vor über fünf Jahren ins Leben gerufene Ausbildungsinitiative Rheinland (AIR). Zusätzlich wurden 46 junge Menschen am Standort Leverkusen in das seit über 20 Jahren bestehende und von Bayer initiierte Starthilfeprogramm aufgenommen.

Erstmals besteht seit diesem Jahr auch die Möglichkeit, den Beruf des Werkfeuerwehrmanns bzw. der Werkfeuerwehrfrau (IHK) direkt auf dem Ausbildungsweg zu erlernen. Zehn junge Menschen haben zum Ausbildungsstart im August 2009 dieses Angebot wahrgenommen. CURRENTA ist bundesweit eines der ersten Unternehmen, das eine solche Ausbildung anbietet.

Im CHEMPARK Leverkusen finden - wie im Vorjahr - rund 30.000 Menschen Arbeit. Hiervon sind ca. 8.350 bei den Bayer-Gesellschaften und 2.000 bei CURRENTA tätig. Bei den anderen CHEMPARK-Partnern arbeiten rund 9.600 Menschen, davon ca. 3.900 bei LANXESS und ihren Tochtergesellschaften; weitere etwa 9.000 sind als Fremdfirmenmitarbeiter im CHEMPARK Leverkusen beschäftigt.


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Letzte Änderung am 17.10.2014 17:33 von leverkusen.