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Kleider machen Leute
Schuluniform - warum nicht?
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Wer in der letzten Zeit aufmerksam die Nachrichten verfolgt hat, dem ist das Stichwort
Kinderkriminalität sicher nicht entgangen. Ladendiebstähle und "Abziehen" (im Strafrecht auch Raub genannt) nehmen unter den unter 14jährigen immer weiter zu.
Die Gründe sind vielschichtig. Der eine Experte führt die mangelhafte Erziehung, der andere die immer weiter klaffende Schere zwischen arm und reich ins Feld. In unserer Gesellschaft, die stark auf Konsum getrimmt ist, bleiben aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise immer mehr Familien auf der Strecke.
Nur die Marke zählt
Dies bekommen natürlich auch schon Kinder mit. Dank der Werbung wird auch schon den
jüngsten unserer Gesellschaft eingeredet, daß man nur etwas zählt, wenn man möglichst
teure Markenartikel in möglichst großer Anzahl mit sich herumschleppt. Je größer der
Markenname auf der Kleidung abgedruckt ist, desto besser. Die Eltern, die bei diesem Spiel
nicht mitmachen, riskieren, daß der Nachwuchs im Klassenverband zum Außenseiter
degeneriert. Also macht man zähneknirschend das Portemonnaie auf und bezahlt die neuen
Basketballschuhe in den schrillen Farben für 300 DM. Damit der Sprößling auch nicht in den
Verdacht gerät, jemals bei C&A eingekauft zu haben, muß es natürlich auch eine Markenjeans
sein.
Bei diesen Preisen bleibt da so mancher auf der Strecke und muß schon in jungen Jahren
miterleben, daß ein gutes Image nur über teure Klamotten zu erreichen ist. Die Lehrer stehen
dem machtlos gegenüber. Appelle an die Eltern fruchten meist überhaupt nicht, denn
schließlich soll das Kind doch nicht in Lumpen herumlaufen.
Rauben und Klauen
Die Folgen sind dann immer dieselben. Die etwas skrupelloseren "Konsumverlierer"
beschaffen sich die unerschwinglichen Dinge auf illegalem Weg im Kaufhaus oder bei ihren
Mitschülern. Letzteres wird bei den Kindern und Jugendlichen auch "abziehen" genannt. Nach
aktuellen Umfragen unter Schülern geben 80% an, daß sie schon einmal von Mitschülern
erpreßt oder beraubt worden sind.
Aufgrund der Sorge, daß der Ruf der Schule Schaden nehmen könnte, werden
bekanntgewordene Fälle lässig unter den Teppich gekehrt, und es wird fröhlich weiter auf dem
Schulhof geraubt und geklaut. Polizei und Justiz bleiben außen vor.
Nur am Symptom kuriert?
So werden in letzter Zeit die Rufe nach einer einheitlichen Schuluniform immer lauter, die
verhindert, daß krasse Unterschiede offen zutage treten. Da alle nun zwangsweise dieselben
Klamotten tragen, ist es mit dem Markenkonsumterror vorbei.
Kritiker lehnen eine Einführung ab. Erstens würde man nur an den Symptomen herumdoktern,
aber nicht die Ursachen bekämpfen, und zweitens hätte man in Deutschland mit Uniformen
bei Kindern in der NS-Zeit und der DDR schon genug schlechte Erfahrungen gemacht.
Letzteres wird von linker Seite immer gerne genannt um jegliche Reformen im Schulsektor je
nach Belieben zu verhindern oder durchzusetzen.
Befürworter heben die positiven Erfahrungen anderer Staaten mit Schuluniformen hervor. So
stärke eine Uniform mit Schulwappen das Gemeinschaftsgefühl, welches in Deutschland an
kaum einer Schule vorhanden ist. Desweiteren würde eine Schuluniform dem oben erwähnten
Konsumterror, der bei schon bei Kindern in Mobbing und Sozialfrust mit allen seinen Folgen
ausartet, ein Ende setzen.
Warum nicht?
Meiner Meinung nach würde man zwar tatsächlich nur die Symptome verdecken, aber es
würde trotzdem helfen, das Schülerleben wieder etwas erträglicher zu gestalten, ohne sich
jeden Morgen den Kopf darüber zerbrechen zu müssen, was für Klamotten denn "up to date"
sind.
MiWi
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