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Unser UNO-Mann
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Seit 1. Februar 1998 ist Klaus Töpfer, ehemals Bauminister, nun bei den
Vereinten Nationen als Direktor der UN-Umweltbehörde in Nairobi tätig. Nun
dachten schon alle, man wäre ihn los, im Sinne von "aus den Ohren aus dem Sinn",
aber weit gefehlt. Er ist wieder da, zumindest in den hiesigen Schlagzeilen.
Denn es stellte sich heraus, daß Töpfer Sonderzulagen von Deutschland erhalten
soll oder auch schon erhalten hat.
Bundeskanzleramtsminister Friedrich Bohl bestätigte dieses mit dem Kommentar, daß
die von Töpfer nun eingenommene Position im Interesse Deutschlands liege und somit
die ihm angeblich zusätzlich entstandenen Kosten vom Bund getragen werden
müßten. So soll Töpfer nun die Differenz
der Löhne zwischen seinem weit
unterbezahlten neuen Job und dem alten
als Bundesbauminister erhalten. Es ging
dabei um eine einmalige Sonderzahlung
von 480.000 DM.
Als das Grummeln dann zu laut wurde, trat
Klaus Töpfer schließlich die
Vorneverteidigung an: Er zahlt das
gesamte Geld (mit Ausnahme der
Umzugskostenerstattung) an die
Staatskasse zurück.
Sowohl SPD als auch Grüne verlangten
danach einheitliche Bestimmungen
bezüglich der Sonderzulagen für Politiker,
die zu internationalen Organisationen
wechselten. Bei dem ganzen Vorgang blieb
der fade Beigeschmack, daß man auf
Bundesebene wieder zu viele
Steuereinnahmen hat, so daß Klaus Töpfer
ohne besonders großen Protest und
Problemmacherei "abgespeist" werden
konnte. Wenigstens teilweise hat Töpfer
diesen Schaden beheben können.
Die vorgesehene Zahlung war auch
rechtlich nicht ganz unumstritten, denn die
Lohnbestimmungen der UN erlauben es
nämlich einem UN-Bediensteten nicht,
irgendwelche Vergünstigungen aus seinem
Herkunftsland anzunehmen, es sei denn,
die Zuzahlungen seien vom
Generalsekräter der UN ausdrücklich
erlaubt worden oder vor Dienstantritt bei
z.B. Herrn Töpfer eingegangen.
Diese Regelung müßte doch im Interesse
aller UN-Mitgliedsländer liegen, da diese
die Möglichkeiten jedes Mitgliedslandes
auf Steuerung ihrer Landsmänner nahezu
unterbindet und somit der Korruption
innerhalb der UN das Handwerk legt.
Nun stützte sich die Bundesregierung auf
die Tatsache, es habe sich um eine
einmalige Zuwendung an Töpfer gehandelt
und darauf, daß das "Geldgeschenk" vor
seinem Dienstantritt eingegangen und
daher legitim sei. Das mag ja stimmen,
aber die braven Steuerzahler werden sich
gefragt haben, ob wieder zu viel Geld in
den Kassen ist.
G.T.
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