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Polit-Splitter
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Kein Platz im Knast?
Deutschland steht nicht nur bei der Justiz kurz vor dem Kollaps. Nach Angaben des
statistischen Bundesamtes sind alle Inhaftierungsplätze in den deutschen
Justizvollzugsanstalten mit knapp 49.000 Gefangenen voll belegt. 96% der Gefangenen sind
interessanterweise Männer. Da kann man verstehen, warum hierzulande das Projekt
"Hausarrest" für Kleinkriminelle geprüft wird, denn neue Haftanstalten sind teuer, und jeder neue Gefangene kostet den Steuerzahler knapp 200 DM pro Tag. Theo Waigel dürften
angesichts dieser Zahlen noch ein paar graue Haare mehr wachsen.
MiWi
Schröder: Populismus und kein Ende?
Wer kennt ihn nicht, den Tony Blair von Deutschland. Der Ministerpräsident von Niedersachsen
glänzt heutzutage nicht nur mit immer neueren Stories über seine Scheidung mit "Hillu". Nein,
er beabsichtigt die CSU "rechts zu überholen", wie es so schön in neu-sozialdemokratisch
heißt. Doch die Genossen haben gar nicht mal so unrecht.
Einer der jüngsten Vorschläge: Schnellere Abschiebung von schwarzafrikanischen Straftätern.
Schön! Guter Mann, wird jetzt jeder denken. Das Problem ist nur, daß viele dieser Afrikaner
ihre Ausweispapiere inzwischen vernichtet haben und ihre Identität für deutsche Behörden
kaum nachweisbar ist.
Nach internationalem Recht kann Deutschland niemanden in ein anderes Land abschieben,
wenn gar nicht sicher ist, daß er auch daher stammt. Darüber hinaus verbietet es das
Grundgesetz, Menschen in einen Staat abzuschieben, wo dem Abgeschobenen Tod oder Folter
drohen. Naja, das ist alles gar nicht so wichtig. Hauptsache man macht Punkte beim Wähler
und benimmt sich wie ein Stammtisch-Stratege, aber nicht wie ein Ministerpräsident eines
deutschen Bundeslandes. Prost!
MiWi
POLITEIA als Sargnagel für Kohl?
Zugegeben sehr indirekt könnte die POLITEIA Nr. 170 den politischen Abgang unseres
Bundeskanzlers Helmut Kohl beschleunigt haben. In einer unserer berüchtigten Satiren hatten
wir dort die "wahren" Gründe für seine nochmalige Kanzlerkandidatur enthüllt. (Unsere 13
Stammleser erinnern sich: Es ging um Kristallkugeln, 1,5 Billionen DM Schulden, ein Modell des
Schürmann-Baus und eine dicke Beule.)
Nun werden die meisten unserer Satiren trotz oder wegen ihres erschreckenden Niveaus in
der Zeitschrift der Jungen Union Deutschlands, "Die Entscheidung", nachgedruckt. Dieses
treffliche Magazin hat zwar nicht sehr viele, aber dafür um so aufmerksamere Leser. Unter
anderem auch Journalisten.
Und so konnte man nun in einem vierspaltigen Artikel in der Tageszeitung "Die Welt" - Titel:
"In der Union wächst der Unmut über Kohl" - im letzten Abschnitt lesen:
Derweil scheint es an der Basis jedoch
weiter zu gären. Schon wagt "Die
Entscheidung", das Magazin der Jungen
Union, in seiner Juni-Ausgabe eine
Kohl-Satire, um die "wahren
Hintergründe" für die erneute
Kanzlerkandidatur zu veröffentlichen.
So werden aus zwei POLITEIA-Redakteuren, die Spaß am Verulken prominenter Zeitgenossen
haben, direkt eine "gärende Basis". Junge, da fühlt man sich gleich ein bißchen wichtiger! Und
wie wird wohl "Die Welt" über unsere nächste Satire aus der letzten POLITEIA titeln, in der
wir Helmut Kohl mit Kannibalen konfrontieren und es beinahe zu einem echten
"Kanzlerburger" kommt? Vielleicht "JU: Kohl taugt nur noch als Nachspeise"? Man darf
gespannt sein.
G.D.
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