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Wie funktioniert eigentlich der Staat? Landläufige Meinung: Mit 5 Millionen Beamten
(die nichts tun), ein paar Tausend Politikern, die bestenfalls unfähig, schlimmstenfalls
korrupt sind (oder umgekehrt), den Bürgern, die ohnehin nichts zu sagen haben, und
den Parteien, die vor allen Dingen nach Pöstchen und Geld gieren. Diese Meinung ist
falsch. Sie wird aber durch die Politikersprache genährt, die den Bürgern je nach
Standpunkt nur ein rosarotes oder schwarzes Bild zumutet. Besonders ärgerlich ist es,
einschneidende Entscheidungen in sprachliche Watte zu packen.
Orwell läßt
grüßen! In "1984" gab es keine negativen Begriffe mehr; der stärkste Ausdruck des
Mißfallens war "doppelplusungut". Aber manchmal kann man tiefere Wahrheiten nur
mit sprachlichen Verfremdungen aufzeigen. Ob uns das bei der Beurteilung der
SPD-Seifenoper "Wer wird KanzlerkandidatIn?" gelungen ist, mußt du selbst
entscheiden. Dasselbe gilt für die Kommentierung der jetzt verkündeten
doppelplusunguten Absicht der Stadt, auch die AWL teilweise an die RWE zu
verkaufen. Ist Politeia für dich "Doppelplusbockmist", dann tu was dagegen.
Denn wir funktionieren genauso wie der Staat: durch Mitmachen.
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