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Schiefers Kolumne November 2009 |
Liebe Europa-Freundinnen und Freunde,
wie leider schon so oft, hat das neue
Jahr mit einer großen Katastrophe begonnen.
War es vor 5 Jahren die schreckliche Tsunami-Flutkatastrophe in Südostasien,
so ist es jetzt das verheerende Erdbeben in Haiti. Man muss sich wirklich wieder
fragen, warum es immer die Ärmsten der Armen trifft.
Es ist sehr gut, dass eine weltweite Welle von Hilfsbereitschaft eingesetzt
hat.
Wir Deutsche sind dabei besonders spendierfreudig. Schon ca. 670 Mill. Euro
sollen an Spenden eingegangen sein. Noch dazu kommen vom Staat zugesagte 500
Mill. Euro an zusätzlicher Entwicklungshilfe.
Auch andere Staaten, insbesondere die relativ reichen EU-Länder, stehen
nicht nach, so dass bestimmt ein hoher 2-stelliger Mrd.-Euro-Betrag zusammen
kommt.
Bei all den genannten ungeheuren Geldmengen, die solch eine spontane Hilfsbereitschaft
dokumentieren, fällt es mir aber manchmal schwer, auch mein Scherflein
beizutragen, zumal bei staatlichen Geldern wir Bürger als Steuerzahler,
ja indirekt schon Spender sind.
Auch geben mir Berichte zu denken, wonach fast die Hälfte der eingegangenen
Millionenspenden für die damalige Tsunami-Flutkatastrophe noch nicht für
ihre eigentlich gedachte Verwendung zugeteilt worden sind.
Den staatlichen Institutionen und Hilfsorganisatoren kann man hierfür,
weiß Gott nicht, Inkompetenz unterstellen. Eine Projektgestaltung und
Projektverfolgung mit einer effizienten Logistik ist eben oft nur mittelfristig
zu realisieren.
Deshalb ist es sinnvoll, vorhandene, eigentlich zweckgebundene Gelder auch für
andere neue Hilfsprojekte einzusetzen.
Will aber der spontane hilfsbereite Spender, dass ein Großteil von „auf
Eis liegenden“ Geldsummen womöglich nur für einen erweiterten Organisations-
und Verwaltungsapparat ausgegeben werden? Ich meine nein!
Dass das nicht der Fall ist, kann keiner garantieren, denn dafür fehlt
zu oft die nötige Transparenz.
Es gibt da aber eine Spendenalternative, die eine größere Transparenz
und Nachhaltigkeit mit weniger Anonymität gewährleistet: Das ist die
konkrete Übernahme einer Patenschaft.
So wie es immer mehr reiche Industriestaaten
mit ihren Entwicklungshilfegeldern tun, indem nur noch gezielte Projekte gefördert
werden und nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip Millionenbeträge
an oft korrupte Regierungen von Entwicklungsländern verteilt werden, so
kann eine Patenschaft eine mehr individuelle und erfolgreiche Hilfe und auch
eine intensivere und nachhaltigere Zufriedenheit bei den Unterstützern
bringen.
Dabei werden in der Regel die Patenkinder nicht persönlich unterstützt,
sondern die Einrichtungen vor Ort, die sie betreuen und die auch für eine
direkte Korrespondenz der Paten mit den Kindern sorgen. Solche Patenschaften
können schon bei Monatsbeiträgen von 30 Euro pro Kind eine große
materielle Hilfe sein, für den Aufbau einer mehr gesicherten Zukunft.
Wir als Familie, praktizieren solche
Patenschaften schon fast 20 Jahre, und wir können nur Gutes berichten.
So waren für mich Besuche bei einem brasilianischen Patenkind, welche ich
im Rahmen von Geschäftsreisen machen konnte, besonders beeindruckende Erlebnisse
und Erinnerungen, die ich nicht missen möchte.
Dort konnte ich mich vergewissern, dass auch kleinere Spendenbeträge eine
große Wirkung haben.
Ich will hier nicht unsere gewählte Hilfsorganisation besonders hervorheben,
denn es gibt verschiedenste seriöse Organisationen, wie die Kindernothilfe,
World Vision, SOS-Kinderdorf, Kinderhilfswerk usw., die Patenschaften vermitteln
und mit denen man sehr leicht über das Internet Kontakt aufnehmen kann
Ich hoffe, ein paar anregende Gedanken und Anstöße gegeben zu haben, die vielleicht von Ihnen/Euch in eine gute Tat umgesetzt werden.
Ihr Bernd Schiefer
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