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<< Wohnhaus (Hauptstr. 114) Ehemaliges Kriegerehrenheim Villa Schwarz >>

Ehemaliges Kriegerehrenheim ist hier zu finden: Windthorststr. 25-28
Bauentwicklung und Geschichtliche Einordnung
Das ehemalige Kriegerehrenheim wurde ab August 1930 vom Architekten Wilhelm Fähler an der Straßenecke Am Neuenhof/Windthorststraße im Stadtteil Küppersteg errichtet. Es diente als Wohngebäude für Kriegesversehrte und Hinterbliebene des Ersten Weltkriegs. Bauherr war die Stadt Leverkusen. Das Gebäude ist nahezu im Originalzustand erhalten, wovon die originalen Baupläne vom Juni 1930 Zeugnis geben. Die Baugenehmigung wurde am 16.08.1930 erteilt. Nach einer Trockenzeit von vier Wochen bezogen zwei Familien von Schwerkriegsbeschädigten und zwei Familien von Kriegshinterbliebenen das Gebäude am 01.04.1931.
Gebäudeäußeres und Freiflächen
Bei dem ehemaligen Kriegerehrenheim handelt es sich um ein freistehendes, langgestrecktes, zweigeschossiges Massivgebäude mit einem steilen Satteldach, das mit naturroten Doppelmuldenfalzziegeln gedeckt ist. Die Traufen und Ortgänge besitzen einen geringen Dachüberstand. Das Haus findet seinen Abschluss in verputzten Kaminen, die sich innerhalb des Firstes befinden. Das Gebäude weist in Gänze einen unregelmäßig gekämmten Putz über einem durchlaufenden Sockel aus rot-braunen Klinkersteinen auf. Der Putz ist beigefarben gestrichen. Die Straßenansicht besitzt vier Hauseingänge zu den dahinterliegenden Wohnungen. Die Hauseingänge sind paarweise angeordnet und werden durch im Folgenden aufgezählte Ausstattungsdetails aus der eher schlichten Putzfassade hevorgehoben. Die grün-weißen, massiven Holzeingangstüren besitzen einen Glaseinsatz mit anthrazitfarbenen Fenstergittern. Den Türen sind zwei graue-weiße Terrazzo-Blockstufen vorgelagert. Neben den Hauseingangstüren befindet sich jeweils ein schießschartenartiges weißes WC-Fenster mit Zinkfensterbank, das aus der Erbauungszeit erhalten ist. Unterhalb dieser sind in Bodennähe Flacheisen, die als Schuhabstreifer dienen, bauzeitlich erhalten. Die kleinteilige Eingangssituation wird zusätzlich betont durch die Wände aus rot-braunen Klinkersteinen, die sich formal und farblich von der übrigen Fassade absetzen. Aus demselben Material sind zwei vorspringende Trennwände zwischen zwei Hauseingängen gemauert, auf denen ein flaches Betonvordach aufliegt. Die Stirn- und Unterseiten der beiden Vordächer besitzen analog zur Fassade gekämmte Putzoberflächen. Die Fassaden sind achsensymmetrisch gegliedert. Die weißen ungeteilten Fenster der Wohnräume sind horizontal ausgerichtet und drei- bzw. einteilig. Die bauzeitlichen Holzsprossenfenster mit Viererteilung wurden zu einem späteren Zeitpunkt durch Kunststofffenster ersetzt. Die rückwärtige Fassade besitzt mittig zwei vierteilige Holzfenstertüren, die im Rahmen der Instandsetzungsarbeiten an den Fassaden eingebaut worden sind. Die Treppenhausfenster über den Eingängen sind zu den Wohnraumfenstern achsenversetzt angeordnet. Jeweils eine verzinkte Flachdachgaube ist mittig auf der straßenseitigen und rückwärtigen Fassade angeordnet. Die Giebel besitzen vier Zimmerfenster mit einem schießschartenartigen Fenster mit Ziegelsteinunterteilung im Spitzbodenbereich. Die rückwärtigen Gärten sind über jeweils eine Kellerausgangstür pro Wohneinheit zu erreichen. Die Rahmenfüllungstüren weisen waagrechte Füllhölzer und eine sprossengeteilte Einfachverglasung im oberen Teil auf. Diese Türen sind bauzeitlich erhalten. Sämtliche Kellerfenster sind vergittert, die straßenseitigen mit Lüftungsgittern, die gartenseitigen mit Fensterkreuz aus Flacheisen. Die Kellerfenster und Gartentüren besitzen schmale Faschen aus Glattputz. Zwischen dem Erd- und ersten Obergeschoss befindet sich in der straßenseitigen Gebäudemitte der zweizeilige Schriftzug „Kriegerehrenheim der Stadt Leverkusen“ aus zusammengesetzten schmiedeeisernen Buchstaben, die anthrazitfarben gestrichen sind. Straßenseitig befinden sich die Zuwegungen durch kleinere Vorgärten, die zum Bürgersteig mit einer Ziegelrollschicht abgrenzt sind. An den beiden Giebelseiten befinden sich Flügelmauern aus denselben Klinkern wie der Sockel und die Eingangseinfassungen. Die Mauern besitzen eine Rollschicht als oberen Abschluss. Diese brusthohen Mauern trennen den halböffentlichen Eingangsbereich von den privaten Gärten im hinteren Grundstücksteil ab.
Innenräume und Ausstattung
Die Grundrissaufteilung des ehemaligen Kriegerehrenheims entspricht jener der Baupläne von 1930. Die vier Wohnungen für Kriegesversehrte und Hinterbliebene sind vertikal vom Keller bis zum Spitzboden nebeneinander angeordnet. Das Gebäude wirkt äußerlich wie ein Geschosswohnungsbau. Es handelt sich jedoch um ein Reihenhaus, das aus vier Einzelhäusern besteht. Das Bauwerk besitzt eine Vollunterkellerung aus Ziegelsteinen. Über die Hauseingangstür erreicht man einen kleinen Windfang mit terrakottafarbenen, sechseckigen Steingutfliesen. Im Eingangsbereich seitlich angeordnet ist ein kleines WC. Das Hauptwohngeschoss mit Wohnküche, Küche und Zimmer ist ein Hochparterre, daß über eine Treppe aus Terrazzoblockstufen mit seitlichen Randfliesen aus Steingut erreichbar ist. Die grau-weiße Oberfläche der Stufen ist an den Stirnseiten scharriert. Vom Hochparterre erreicht man über die im Flur seitlich angeordnete Treppe die oberen Geschosse mit straßenseitigen Zwischenpodesten. Die Holzwangentreppe besteht aus unterschiedlichen Holzarten mit seitlicher Sockelleiste. Die Geländer mit ihren rechteckigen Füllstäben bestehen aus Nadelhölzern und sind gestrichen. Die Treppen besitzen im Hochparterre einen quadratischen Pfosten mit einer aufgesetzten Holzkugel, in den oberen Geschossen bildet eine Bohle den Geländereckstiel. Über die Treppe erreicht man das erste Obergeschoss. Straßenseitig befindet sich ein Zimmer und gartenseitig ein Zimmer mit Bad. Einen ähnlichen Grundriss besitzt das Dachgeschoss. Hierüber befindet sich -über eine Nebentreppe zugänglich- der Lagerraum im Spitzboden. Sämtliche Wohngeschosse besitzen den originalen Nadelholzdielenbelag mit Sockelleiste auf Stahlbetondecken. Die Türrahmen und vereinzelt auch die Türblätter sind noch bauzeitlich erhalten.
Ehemaliges Kriegerehrenheim wurde 20.10.2004 unter Schutz gestellt.
Ehemaliges Kriegerehrenheim läßt sich auf 1931 datieren.
GoogleMaps:Stadtplan-Eintrag

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10.09.2003: Tag des offenen Denkmals



5 Bilder, die sich auf Ehemaliges Kriegerehrenheim beziehen:
13.08.2009: Kriegerehrenheim
13.08.2009: Kriegerehrenheim
13.08.2009: Kriegerehrenheim
13.08.2009: Kriegerehrenheim
13.08.2009: Kriegerehrenheim


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